Start der zweiten Staffel "Waldis Welt"

Diesen Beruf hätte "Bares für Rares"-Star Walter Lehnertz fast ergriffen

10.05.2026 von SWYRL/Jasmin Herzog

Heute kennt ihn ganz Deutschland als "80-Euro-Waldi" aus "Bares für Rares". Doch beinahe hätte Walter Lehnertz einen völlig anderen Beruf ergriffen.

Mit der zweiten Staffel seiner ZDF-Doku-Soap "Waldis Welt" (acht Folgen, ab 10, Mai, immer sonntags, 14 Uhr) lässt Walter Lehnertz die Zuschauer wieder an seinem Alltag teilhaben. Und nicht nur wenn der "Bares für Rares"-Star seine berühmten "80 Euro!" in den Raum ruft, wirkt es so, als habe der Trödelhändler nie etwas anderes gemacht. Doch beinahe wäre aus dem heutigen TV-Publikumsliebling etwas ganz anderes geworden.

Geboren wurde Walter Lehnertz 1967 im kleinen Eifeldorf Weinsfeld bei Prüm. Später zog es ihn nach Krekel, wo er bis heute lebt und seinen Antiquitätenhandel betreibt. Zunächst schlug der Rheinländer aber einen völlig anderen Berufsweg ein: Er absolvierte eine Ausbildung zum Pferdewirt. Eigentlich, erzählte er auf dem Instagram-Kanal von "Bares für Rares", habe er Tierpfleger werden wollen. Doch weil er keine Lehrstelle bekam, schlug er einen anderen Weg ein.

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Lehnertz: "Ich mache Blödsinn, so wie sich das gehört"

Lehnertz arbeitete im Baugewerbe und machte sich später mit Garten- und Landschaftsgestaltung selbstständig. Erst zwei Bandscheibenvorfälle zwangen ihn zum Umdenken. Ein neuer Beruf musste her - und das führte ihn ausgerechnet zu Antiquitäten: "Ich war Spieluhren-Sammler, die habe ich dann als allererstes verhökert", erklärte Lehnertz bei Instagram. Aus dem Hobby wurde ein Geschäft. Zunächst half er im Antiquitätenhandel seiner damaligen Ehefrau aus, später baute er sich mit "Waldi's Eifel Antik" sein eigenes Standbein auf.

Die Ehe mit seiner ersten Frau wurde 2013 geschieden. Heute ist Lehnertz mit Sonja Burghausen liiert, die ihn auch beruflich unterstützt. Sie habe die Räumlichkeiten in Krekel gekauft, in denen er heute seinen Handel betreibt. Die Aufgabenverteilung sei klar, sagte Lehnertz einmal typisch "waldihaft": "Sie schmeißt das Büro und den Terminkalender, und ich mache Blödsinn, so wie sich das gehört."

Der Durchbruch kam ebenfalls 2013 mit "Bares für Rares". Unter 78 Händlern und 30 Gutachtern setzte sich Lehnertz beim Casting durch. Seitdem gehört der Eifeler mit seiner direkten Art und seinem legendären Standard-Startgebot zu den prägenden Figuren der Sendung. Den Spitznamen "80-Euro-Waldi" wurde er nie wieder los.

Vor allem seine ungefilterte Art machte ihn zum Publikumsliebling. Für seine Teilnahme an der ZDF-Sendung habe er sich sogar vertraglich zusichern lassen, "dass ich so sein kann, wie ich bin und sagen darf, was ich will". Vorschriften wollte er keine. "Herausschneiden können sie es nachher ja immer noch."

"Mein Leben hat sich gar nicht verändert"

Dass die laute Fernsehpersönlichkeit es auch ruhiger angehen lassen kann, zeigt nun erneut "Waldis Welt". Denn der Mann, der nach eigener Aussage "den ganzen Tag" rede und "gern viel Blödsinn" mache, braucht zwischendurch auch Rückzug. Seine Methode zur Entspannung überrascht aber: nachts angeln. "Manchmal nicke ich auch im Stuhl ein bisschen weg", sagte er dem "Berliner Kurier". Das sei "die totale Entspannung".

Sonst aber scheint Lehnertz permanent in Bewegung zu sein. Neben Fernsehen und Antiquitätenhandel veröffentlichte er zuletzt sogar Kriminalromane. Mit "Mord am Schätztag" erschien 2025 bereits sein zweites Buch. Dass er ausgerechnet als Autor erfolgreich wurde, überrascht ihn offenbar selbst am meisten. Gegenüber dem "Berliner Kurier" bezeichnete sich Lehnertz offen als "Teil-Legastheniker". Schreiben könne er zwar, sagte er, "aber nicht in der richtigen Grammatik". Oder wie er selbst formulierte: "Ich weiß bis heute nicht, wo man ein Komma hinsetzt." Deshalb arbeite er mit einer Co-Autorin zusammen.

Mit seiner Bekanntheit kamen allerdings nicht nur neue Projekte, sondern auch unangenehme Begleiterscheinungen. Immer wieder berichtet der Antiquitätenhändler von Hasskommentaren und Morddrohungen in sozialen Netzwerken. Besonders viel halte er von den Absendern solcher Nachrichten nicht. "Das kommt doch immer von denselben, die sonst nichts auf die Kette kriegen", sagte er im Gespräch mit "t-online". Angst machten ihm die Drohungen nicht. "Ich bin 1,92 Meter groß, ich kann mich selbst wehren. Sollen meine Hater ruhig auf den Hof kommen."

Auch die Glamourwelt des Fernsehens scheint dem Eifeler oft eher suspekt zu sein. Über Begegnungen mit Reality-TV-Prominenten schimpfte er zuletzt ungewöhnlich deutlich. Manche würden "die Nase so hoch" tragen und sich für wichtiger halten, als sie seien. Ihn selbst habe der Erfolg dagegen kaum verändert. "Mein Leben hat sich gar nicht verändert, nur dass ich bekannter geworden bin", sagte Lehnertz. Und ergänzte trocken: "Ich war auch schon vorher irre."

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