10.03.2026 von SWYRL/Andreas Fischer
Nicole Kidman muss sich als Kay Scarpetta in der Forensik-Thrilllerserie nach den Romanen von Patricia Cornwell ihrer Vergangenheit stellen. Und das ist ziemlich verwirrend.
Sie ist eine Legende der Gerichtsmedizin: Seit 1990 ermittelt Dr. Kay Scarpetta in mittlerweile fast 30 Bestsellern der US-Autorin Patricia Cornwell. Nach mehr als 120 Millionen verkauften Büchern bekommt die berühmte Forensikerin nun ihren ersten Serienauftritt: Nicole Kidman übernimmt bei Amazon Prime Video ab 11. März in "Scarpetta" die Titelrolle. An ihrer Seite: Jamie Lee Curtis als durchgeknallte Schwester Dorothy.
Die Rückkehr hatte sie sich anders vorgestellt: Kaum ist Kay Scarpetta in ihrem Heimatort in Virginia zurück, wird sie mit einer brutalen Mordserie konfrontiert, die unheilvoll an ihren ersten großen Fall vor 28 Jahren erinnert. Aber nicht nur die alten Morde holen die brillante, aber ziemlich eigensinnige Gerichtsmedizinerin ein, auch mit ihrer Familie ist sie nicht wirklich im Reinen.
Das ist nicht nur für Scarpetta ein Problem, sondern auch für das Publikum. Der eigentliche Kriminalfall muss sich die Aufmerksamkeit mit diversen Nebenhandlungen aus dem familiären Umfeld teilen. Die sind manchmal allerdings so seltsam und losgelöst von allem anderen, dass man sich verwundert die Augen reibt und sich fragt, ob man von KI-Ehefrauen, Organen aus dem 3D-Drucker oder verstörenden Gewaltausbrüchen nur geträumt hat.
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Alles ist verworren
Zumal die Serie munter zwischen den Zeiten hin- und herspringt und die Mordfälle in bester Giallo-Ästhetik präsentiert werden - mit viel Blut und Nacktheit. Immerhin sind die forensischen Verfahren und die Serienmörderermittlungen, bei denen Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne und Frank Thiel vom Münsteraner "Tatort" übrigens wie Schuljungen aussehen würden, entspannend formelhaft inszeniert.
Seltsam aus der Zeit gefallen, verknüpfen die acht Episoden Vergangenheit und Gegenwart, aktuelle Ermittlungen mit alten Versäumnissen. Das ist mit altmodisch anmutenden Bildern durchaus interessant in Szene gesetzt, wirkt aber immer etwas hölzern - und eben auch ziemlich verworren.
Daran ändert auch der hochkarätige Cast nichts. Neben der hochoktanig durchdrehenden Jamie Lee Curtis spielen Bobby Cannavale, Ariana DeBose und Simon Baker tragende Rollen. Und: Während Rosy McEwen als junge Kay mit spröder Intensität überzeugt, bleibt die Mimik von Nicole Kidman oft unnatürlich seltsam eingefroren.
Zum Schluss gibt es übrigens einen Showdown, der sich gewaschen hat, und einen fiesen Cliffhanger. Die zweite Staffel ist schon bestellt.



