US-Moderator

Stephen Colbert macht eigenem Sender Zensurvorwürfe - und veröffentlicht verbotenes Interview dann doch

19.02.2026 von SWYRL/Gianluca Reucher

Stephen Colbert hat Zensurvorwürfe gegenüber seinem Sender CBS geäußert. Der US-Moderator habe einen Gast nicht in seine "Late Show" einladen dürfen - und interviewte ihn dann stattdessen auf YouTube.

Im Mai 2026 wird die "Late Show" mit Gastgeber Stephen Colbert abgesetzt - offiziell aus finanziellen Gründen. Es ist allerdings kein Geheimnis, dass der US-Moderator als bekannter Kritiker von Donald Trump inzwischen ein Dorn im Auge seines Senders CBS ist. Denn dieser gehört dem im vergangenen Jahr von Trumps engem Vertrauten David Ellison aufgekauften Paramount-Konzern. Jetzt hat Colbert scharf gegen seinen Sender geschossen und aktuelle Zensurvorwürfe geäußert.

So erzählte Stephen Colbert in seiner "Late Show", dass CBS ihm verboten habe, James Talarico als Gast einzuladen. Talarico sitzt im Repräsentantenhaus von Texas und kandidiert für einen Sitz im US-Senat. Genau das sei auch der Grund, warum der demokratische Abgeordnete nicht hätte kommen dürfen, erklärte der Talkshow-Host.

Laut Colbert sei ihm das Interview mit Talarico mit Verweis auf die Richtlinien der US-Telekommunikationsaufsicht Federal Communications Commission (FCC) verwehrt worden. Die besagen, dass Kandidaten für politische Ämter gleichwertige Sendezeit zu gewähren sei. Diese Regel treffe laut Colbert aber bislang nicht auf Nachrichtenformate oder Talkshow-Interviews zu. FCC-Chef Brendan Carr wolle sie zwar auf solche Formate ausweiten, aber endgültig durchgesetzt habe er sich mit dieser Position noch nicht.

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Stephen Colbert veröffentlicht verbotenes Interview auf YouTube

Stephen Colbert warf CBS nicht nur vor, ihm das Interview mit James Talarico untersagt zu haben, sondern auch zu erzählen, dass er dieses überhaupt geplant hatte. "Und weil mein Sender eindeutig nicht will, dass wir darüber reden - lassen Sie uns darüber reden", grinste er.

Letztlich interviewte Colbert den US-Politiker dann doch - und veröffentlichte das Gespräch mit James Talarico auf YouTube. Er dürfe zwar keine URL und keinen QR-Code mitteilen, sagte er in seiner Sendung noch, aber "wenn Sie auf unsere YouTube-Seite gehen, werden Sie es finden". Dort ist das Video seit zwei Tagen online.

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