Bares für Rares
"Oh, das ist aber schön, Heide!", lobte Horst Lichter. Heide Rezepa-Zabel kündigte theatralisch an: "Jetzt kommt der Überraschungseffekt, der große Moment!" Das glänzende Objekt konnte nämlich geöffnet werden ...
© ZDFBares für Rares
Drei Seiten klappten auf und offenbarten goldene "Flügel". Der Moderator fantasierte: "Wenn es gefüllt wäre, würde es wunderbar duften!" Er schwärmte: "Das ist die Tischkultur, die in England Stil und Klasse hat." Er fand das Objekt "wunderbar". Die Expertin auch.
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"Ihr habt was Schönes mitgebracht, das zeugt von Stil und Eleganz", begrüßte Lichter das Ehepaar Guido und Brigitte. "Ihr achtet aber auf die Figur, deswegen kommt nichts mehr rein", mutmaßte der Moderator. Guido erklärte, es handle sich um ein Erbstück seines Vaters.
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Sein Papa war großer Fan der Sendung, so Guido. "Er hat immer gesagt: 'Wenn ich mal nicht mehr bin, dann geht ihr damit zu Bares für Rares.'" Rezepa-Zabel kommentierte: "Ach wie schön!" Lichter meinte rührselig: "Das ist aber toll! Dann sieht er uns ja jetzt zu."
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Guidos Eltern kauften den prunkvollen Gebäckwärmer bei einem Antiquitätenhändler im Urlaub. "Die viktorianische Tischkultur war sehr ausgeklügelt und man hatte wunderschöne Schauobjekte", dozierte Heide Rezepa-Zabel. Es sei außerdem "ein Statussymbol".
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"Glanzvoll steht es in der Mitte der Tafel und bietet duftendes, lockeres Gebäck", erklärte Heide Rezepa-Zabel vollmundig. Das Gebäck kommt in den Kammern, "dann wird das geschlossen und vor eine heiße Feuerstelle gestellt um es aufzuwärmen".
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Die Wärme zieht durch und es duftet", erkärt die Expertin. Rezepa-Zabel nennt das Verkaufsobjekt "einen Vorläufer der Toaster". Nicht nur im viktorianischen England schätzte man derlei funktionale Tisch-Deko, "sondern auch im wilhelminischen Kaiserreich in Deutschland".
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Die Manufaktur Schleissner und Söhne aus Hanau gab es schon seit dem 17. Jahrhundert, wusste Heide Rezepa-Zabel. Die Verzierung mit Muscheloptik und Putten machten den Gebäck-Wärmer zu etwas ganz Besonderem. Rezepa-Zabel datierte stilistisch auf zwischen 1880 und 1900.
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Die eine oder andere Feder habe nachgegeben, aber das könne man vernachlässigen, resümierte die Expertin. Lichter stimmte zu: "Bei mir hat auch schon die eine oder andere Feder nachgegeben." Wunschpreis: 1.000 Euro. Schätzpreis: 1.400! Das Paar staunte hocherfreut.
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Wolfgang Pauritsch sprach von oben herab mit Fabian Kahl, als sie die Punzen betrachteten: "Was habe ich dir gelernt?" Kahl erwiderte unbeeindruckt: "Keine Ahnung." Pauritsch mahnte oberlehrerhaft: "Schleissner und Söhne, habe ich dir doch beigebracht!"
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Fabian Kahl stellte das Objekt vor der Sarah Schreiber ab. Als er es öffnete, war die Kollegin verzückt: "Och, ist das schön!" Doch auch die anderen Händler waren äußerst angetan.
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"Wir sind begeistert von ihrem Biscuit-Warmer, fasste Pauritsch zusammen. "Die Manufaktur gibt es schon sehr lange. Wird heute noch produziert", wusste der Händler. Er taxierte auf die 1940er- oder 50er-Jahre. "1880 bis 1900", zitierte Brigitte die Expertise.
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"So früh?", war Pauritsch beeindruckt. Fabian Kahl war misstrauisch. Woran man das Alter festmachen könne, wenn es heute noch gefertigt würde? Brigitte erklärte, die Expertin habe es anhand des Stils erkannt. Kahl hielt das Objekt für neuer, da es unbenutzt wirke.
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Traute Kahl der Expertise nicht? Brigitte erklärte, das Objekt sei "gut gepflegt und nicht wirklich von meinen Schwiegereltern als Biscuit-Warmer genutzt worden". Wolfgang Pauritsch startete mit 700 Euro. Alle anderen waren ebenfalls interessiert an dem Mitbringsel.
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Lehnertz erreicht die magische 1.000er-Marke, aber weder Kahl noch Schreiber oder Pauritsch ließen sich abschütteln. Als Fabian Kahl 1.500 Euro bot, gab Walter Lehnertz auf. Pauritsch kickte Kahl mit 1.550 Euro raus. Sarah Schreiber aber überbot ihn - und die Expertise!
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Das letzte Gebot: 1.600. Deal für Sarah Schreiber! Walter Pauritsch gratulierte kollegial: "Wahnsinn, ist der gelungen! Ich beglückwünsche dich zu dieser Paradekunst, wirklich phänomenal!" Über den Ausgang freute sich nicht nur Schreiber, sondern auch die Verkäufer ...
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So sehen Sieger aus: Brigitte und Guido hörten nicht auf zu Grinsen, als sie nach ihrer Stimmung befragt wurden. "Völlig begeistert", lachte Guido. "Super gelaufen", stimmte Brigitte zu.
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Ria und Stefan hatten einen Zigarettenautomaten aus dem Jahr 1936 dabei. "Aufgrund der Seltenheit" erhoffte sich das Ehepaar 1.400 Euro. Doch Annika Raßbach bremste auf 550 Euro. Dennoch waren die beiden einverstanden. Fabian Kahl bezahlte noch weniger: 350.
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"Sind wir aus einem Schloss in Frankreich entlaufen? Mein lieber Kokoschinski!", begeisterte sich Lichter für eine goldglänzende Doppel-Uhr. Doch Friederike Werner erkannte "eine veritable Fälschung". Daher gab es für Marion leider keine Händlerkarte.
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Ein Bambi für "Bares für Rares"! Allerdings nicht der Medienpreis, sondern die Disney-Figur als Rauchverzehrer aus Porzellan. Annika Raßbach empfahl bis zu 100 Euro. Walter Lehnertz bezahlte seinen klassischen "Waldi" - 80 Euro.
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"Eine mächtige Brosche", kommentierte Horst Lichter. Irmgard brachte den Schmuck aus 925er-Silber mit Karneol mit. Sie erhoffte sich bis zu 300 Euro. Heide Rezepa-Zabel schlug bis zu 400 Euro vor. Lisa Nüdling bezahlte 300.
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Eine französische Vase, gefertigt um 1890, war dank Golddruck und Emaille ein Hingucker. Roswitha wünschte sich 300 Euro. Friederike Werner taxierte auf bis zu 600. Fabian Kahl war die Vase 400 Euro wert.
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