"Es war einmal in Amerika" bei ARTE

Abgesang auf den American Dream: Spätes Meisterwerk von Westernlegende läuft heute im Free-TV

08.06.2026 von SWYRL/Jasmin Herzog

Sergio Leones "Es war einmal in Amerika" ist ein berauschendes, ungeheuer brutales Gangsterepos, in dem die Regielegende den amerikanischen Traum als perverses Märchen darstellt.

13 lange Jahre hatte Sergio Leone im Vorfeld investiert, um das 32-Millionen-Dollar-Werk "Es war einmal in Amerika" schließlich zwischen 1982 und 1984 zu realisieren. Bis heute gilt die vierstündige Chronik einer Gangsterlaufbahn in den Vereinigten Staaten als das vielschichtigste Werk des vor allem für seine Spaghetti-Western bekannten Italieners (1929 - 1989). "Mein Verhältnis zu den USA ist eine Art Hassliebe", erklärte er bei der Premiere. "Der Film blickt mit den Augen eines alten Europäers auf dieses Land, dem gleichzeitig bewusst ist, dass er sich Lichtjahre davon entfernt befindet." ARTE zeigt den epochalen Film am Montag, 8. Juni, um 21.50 Uhr.

Erzählt wird ein pervertiertes Märchen vom Aufstieg im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Noodles und Max sind seit ihrer Kindheit die besten Freunde. 1933, auf dem Höhepunkt der Prohibition, verdienen sie mit illegalem Alkoholschmuggel ein Vermögen. Als das Spirituosen-Verbot aufgehoben wird, müssen sie auf bezahlte Morde und Raubüberfälle umsteigen. Der größte gemeinsame Coup - ein Überfall auf die nationale Schatzkammer - wird schließlich von Noodles an die Polizei verraten. Erst 1968 holt ihn seine Vergangenheit wieder ein.

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Von der Kritik zunächst verrissen

Nach den Western "Spiel mir das Lied vom Tod" und "Todesmelodie" beschloss "Es war einmal in Amerika" Sergio Leones Trilogie über den "amerikanischen Mythos". Anstatt die Geschichte linear zu erzählen, setzte der Regisseur die berauschenden, teilweise ungeheuer brutalen Bildsequenzen puzzleartig zusammen und schuf damit vor allem eine Hommage an das klassische Hollywood-Kino.

Als der Film 1984 ins Kino kam, fiel das Urteil zunächst anders aus: Das Studio kürzte und veränderte den fast vierstündigen Film, die Kritik reagierte überwiegend ablehnend auf den teuren Film. Erst Jahre später wurde das Werk neu bewertet und gilt heute als Meisterstück des Regisseurs. Auf Bewertungsplattformen erhält der Film bis heute starke Kritiken und zählt für viele Experten zu den bedeutendsten Filmen der Kinogeschichte.

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