Streaming-Plan

Deutschlands erste animierte Sitcom: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

22.03.2024 von SWYRL

Mit "Friedefeld" startet Deutschlands erste animierte Sitcom in der ARD-Mediathek. Netflix erzählt in "Shirley" von der ersten afroamerikanischen Abgeordneten im US-Repräsentantenhaus. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche darüber hinaus noch bereithält, verrät die Übersicht.

Egal ob Dokumentation, Spielfilm oder Komödie - Filmemacher Ali Samadi Ahadi setzt auf Humor, aber er weiß auch, seine gesellschaftskritischen Botschaften in seinen Projekten zu platzieren. Nichts anderes hat man von "Friedefeld" (ab Freitag, 22. März, in der ARD-Mediathek), der ersten deutschen "animated Sitcom", erwartet. Was Apple TV+, Netflix und Co. in den nächsten Tagen sonst noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

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"Friedefeld", ARD-Mediathek

Als "erste deutsche animated Sitcom" angekündigt präsentieren die Schöpfer um Ali Samadi Ahadi mit "Friedefeld" (ab 22. März, in der ARD-Mediathek) eine zehnteilige Serie, die sich durch ihren anspruchsvollen, anarchischen Geist und bemerkenswerte Tiefe auszeichnet. "Friedefeld" persifliert häufig Aspekte des deutschen Alltags- und Familienlebens. Da geht es um Pünktlichkeit, Erfolgsdruck und um Beziehungsstigmata. So schiebt Paul, einer der "halben Drillinge", wie die Hauptprotagonisten von den Machern der Sitcom "Friedefeld" genannt werden, stets eine ruhige Kugel, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Seine Spezialität: Prokrastination.

Die taffe Blondine Barbie ist äußerlich zwar ein wandelndes Klischee auf zwei Beinen, regiert als karrierefixierte Managerin in ihrer Welt allerdings mit Intellekt - und mit einer Portion Habgier. Lebenskünstler Ludwig hingegen ist ein hoffnungsloser Fall, der für die notwendige Dosis Verrücktheit sorgt, die so eine Sitcom eben braucht. Die animierte Serie begleitet die drei bei skurrilen Abenteuern und lebensverändernden Entscheidungen. Synchronisiert wurden die Rollen unter anderem von David Kross, Jacqueline Belle und Phil Laude.

"Shirley", Netflix

Shirley Chisholm ging als erste afroamerikanische Frau im US-Kongress in die Geschichte ein. Das Netflix-Biopic "Shirley" (ab 22. März) erzählt nun die Lebensgeschichte der Frau, die 1968 als Repräsentantin des 12th Congressional Districts von New York gewählt wurde und vier Jahre später als US-Präsidentin kandidierte. Regina King schlüpft in die Rolle der Politikerin. Die heute 53-jährige King wurde 2019 als beste Nebendarstellerin für "If Beale Street Could Talk" mit einem Oscar ausgezeichnet. Regie und Drehbuchautor John Ridley war für das Historiendrama "12 Years a Slave" 2014 ebenfalls für einen Goldjungen in der Kategorie "Beste Regie" nominiert.

Der Film basiert auf Gesprächen mit Familienmitgliedern und dem Freundeskreis der Politikerin. W. Earl Brown spielt Chisholms politischen Gegner, den Governor von Alabama George Wallace, Christina Jackson spielt die Demokratin Barbara Lee. In weiteren Rollen sind unter anderem Lucas Hedges als der ehemalige Chefredakteur der Zeitschrift "The New Yorker" Robert Gottlieb, Dorian Missick sowie der im März 2023 verstorbene Lance Reddick in einer seiner letzten Rollen zu sehen. Die echte Shirley Chisholm blieb bis 1983 im US-Kongress und starb am 1. Januar 2005 im Alter von 80 Jahren.

"Disko 76", RTL+

Vor Arbeit ganz grau, aber das muss ja nicht so bleiben: Mit der History-Fiction-Serie "Disko 76" bringt RTL den Glamour nach Bochum und einen ziemlich tanzbaren Beat. Etwas, das in den spießigen 1970er-Jahren unerhört im tiefen Westen war. Doch die Zeit ist reif für Aufbruchsstimmung: Mit Jannik Schümann und Luise Aschenbrenner in den Hauptrollen befreit sich in "Disko 76" (sechs Folgen ab 28. März bei RTL+) eine ganze Generation vom Muff der Vergangenheit.

Im Mittelpunkt steht Doro (Aschenbrenner): Sie fliegt auf Drängen ihres Ehemanns aus ihrem Job, um ihre ehelichen Pflichten erfüllen zu können. Doch Doro hat andere Pläne: Um Ruhe zu haben, behauptet sie, bereits schwanger zu sein und eröffnet mit ihrem Bruder heimlich eine Disko. Wenn man plötzlich frei, wild und sexy sein kann, sind Komplikationen nicht weit. Dabei geht es weniger um Liebesprobleme, sondern mehr um die Emanzipation der Jugend. Das mag überladen sein, sieht aber gut aus und ist absolut tanzbar.

"Oh Hell", MagentaTV

Die Grundidee der Serie "Oh Hell", die mit ihrer ersten Staffel sowohl einen Deutschen Fernsehpreis wie auch eine Grimme-Preis-Nominierung ergatterte, ist schnell erzählt. Mittzwanzigerin Helene (Mala Emde), genannt Hell, stiftet mit ihrem merkwürdigen Verhalten überall Verwirrung, Frust und Chaos. Sie sagt die Wahrheit, wo Vorsicht und Diplomatie angebracht wären. Und sie bewegt sich fernab der Werte und Ziele ihrer Generation aufgeklärter Großstadt-Twentysomethings, wie es nur geht. In der zweiten Staffel "Oh Hell" (ab Donnerstag, 21. März, Magenta TV) mit acht neuen Folgen besucht Hell eine psychotherapeutische Tagesklinik.

Hells Zeit als Patientin wird allerdings in Rückblicken erzählt, denn eigentlich hat sie es mittlerweile erstmals zu etwas gebracht: Maike (Salka Weber), Hells enge Jugendfreundin, hat ein Start-up gegründet und setzt auf einen Top-Investor (Eirik Sæther), vor dem Hell ihr Leben als mögliches Business-Modell vorstellt. Die beißende Gesellschaftskritik in Richtung einer maximal aufgeklärten, immer das Korrekte, Moderne und Fortschrittliche suchenden Großstadt-"Generation Z" ist ziemlich präzise eingefangen. Mala Emdes großartiges Spiel füllt sie zudem immer wieder mit satten, wenn auch verwirrendem Leben.

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