Gaming

Kein Schatz: Hersteller entschuldigt sich für "Der Herr der Ringe: Gollum"

30.05.2023 von SWYRL

Fluch und Segen: Mit "Der Herr der Ringe: Gollum" wollte Daedalic beweisen, dass die deutsche Gaming-Industrie Qualität von internationalem Rang abliefern kann. Die ersten Reaktionen auf den Release waren allerdings derart katastrophal, dass man sich nun entschuldigen musste.

"Nach mehr als vier Jahren voller Blut, Schweiß und rohem Fisch erscheint heute 'Der Herr der Ringe: Gollum'", hieß es in einer Pressemitteilung des Hamburger Entwicklers und Publishers Daedalic zum Start jenes Spiels, das beweisen sollte, dass die deutsche Gaming-Industrie den internationalen Vergleich nicht scheuen brauche. Doch kurz nach der Veröffentlichung stellte sich heraus: Die zugkräftige Marke erwies sich für das Millionen-Projekt mehr als Fluch denn als Segen: Die hohen Erwartungen wurden maßlos enttäuscht.

Ohne Gnade wird "Der Herr der Ringe: Gollum" von Usern und der Fachpresse derzeit verrissen. Auf Metacritic steht das Spiel in der PS5-Version derzeit bei 36 Prozent. Der User-Score liegt bei 1,3 von 10 möglichen Punkten. Auf Steam sind lediglich 35 Prozent der Tests positiv. Auch die Spielerzahlen sind ernüchternd: Der Steam-Peak lag bei 502 Spielern und hat sich nach wenigen Tagen bereits halbiert.

Nicht nur die Community zeigt sich ungewohnt hämisch und kritisch: Auch bei Branchenkennern wie "Heise.de" spricht man von einer "Blamage" für die Entwickler und einer "Peinlichkeit für die deutsche Spielebranche" im Allgemeinen. Petra Fröhlich, Chefredakteurin bei "Gameswirtschaft", schreibt, es müsse in den Annalen der Spielegeschichte weit "zurückblättern, wer auf ein Produkt stoßen will, das von Presse und Publikum derart heftig verprügelt wurde". Der gemeinsame Nenner aller kritischen Stimmen: Das Spiel hätte in diesem Zustand nicht veröffentlicht werden sollen. Und das, obwohl der Release mehrfach nach hinten verschoben wurde.

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Daedalics Entschuldigung

Daedalic musste auf das Debakel reagieren und tat dies nun mit einem Tweet. "Wir bereuen zutiefst, dass das Spiel nicht die Erwartungen erfüllte, die wir für uns und unsere treue Community gesetzt hatten." Man würde sich aufrichtig entschuldigen, hieß es weiter. "Gollum" sei für das Studio "die bisher größte Herausforderung" gewesen. Die konstruktive Kritik der Spieler würde man sich zu Herzen nehmen und das Entwicklerteam würde die angesprochenen Bugs und technischen Probleme angehen. Patches sollen dafür sorgen, dass Spieler das volle Potenzial des Games bald genießen könnten, verspricht Daedalic in seiner Botschaft auf Twitter.

Das weckt Erinnerungen an den katastrophalen Start von "Cyberpunk 2077". Auch dieses Game war von hohen Erwartungen begleitet - und auch hier hagelte es Kritik, weil ein scheinbar unfertiges Produkt auf den Markt geschmissen wurde. Im Fall des SciFi-RPGs von CD Projekt Red konnten die Wellen allerdings mit Patches geglättet werden. Ob Daedalic das auch noch gelingt?

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