Die größten Kultshows
Am 2. April wäre er 100 Jahre alt geworden: Mit "Dalli Dalli" wurde Hans Rosenthal zum TV-Liebling. 153 Folgen der ZDF-Spielshow wurden bis 1986 ausgestrahlt. Ein guter Anlass für einen Blick zurück auf die großen Kultshows aus einer Zeit, als das Fernsehen noch die Funktion eines Lagerfeuers hatte ...
© ZDF/Arthur Grimm"Dalli Dalli" (1971 - 1986)
"Spitze" war erst einmal nichts. Den Kult gewordenen Sprung des Moderators Hans Rosenthal, wenn das Studiopublikum die Leistungen der prominenten Kandidaten per Knopfdruck gewürdigt hatte, gab es erst gut fünf Jahre später.
© ZDF/Arthur Grimm"Dalli Dalli" (1971 - 1986)
Im Bild: Menschen, die jeder kennt, der vor 1975 geboren wurde. Sie prägten die Spielshow "Dalli Dalli" viele Jahre lang. Hinten von links: Ekkehard Fritsch, Moderator Hans Rosenthal und Schnellzeichner Oskar, der eigentlich Hans Bierbrauer hieß. Vorne von links: Brigitte Xander, Monika Sundermann und Mady Riehl.
© ZDF/Arthur Grimm"Der Große Preis" (1974 - 1993)
Wie "Dalli Dalli" kam auch "Der Große Preis" donnerstags im ZDF. Wim Thoelke, er starb 1995, führte zwischen 1974 und 1993 durch die Quizshow, in der zunächst allgemeine Fragen und später Fragen aus dem Spezialgebiet der drei Kandidaten gestellt wurden. Populär wurde die Sendung auch durch die Auftritte der Zeichentrickfiguren Wum und Wendelin.
© Arthur Grimm / United Archives / Getty Images"Der Große Preis" (1974 - 1993)
Wie die Vorgängersendung "Drei mal Neun" setzte sich auch "Der Große Preis" für die "Aktion Sorgenkind" ein. Lose zugunsten der Einrichtung wurden verkauft. In fast jeder Sendung mit dabei waren neben Moderator Wim Thoelke (links) auch die Assistentin Beate Hopf, die mit dem Job damals ihr Studium finanzierte, und Walter Sparbier, der schon 1954 bei Peter Frankenfeld erstmals als Glücksbote auftrat.
© United Archives"Auf los geht's los" (1977 - 1986)
"Auf los geht's los" gehörte zu den erfolgreichsten Samstagabendshows der ARD. Joachim Fuchsberger (rechts) führte durch 60 Ausgaben der Sendung, in der Kandidaten unter anderem amüsant umschriebene Begriffe erraten mussten. Immer wieder waren auch Prominente zu Gast, unter anderem Arnod Schwarzenegger (links), Peter Fonda und David Bowie.
© United Archives / Getty Images"Auf los geht's los" (1977 - 1986)
Wortumschreibungen wie die folgende mussten erraten werden: Was ist ein "Bügelgerät für Pädagogen"? Die Sieger konnten am Ende mit einigen tausend Mark nach Hause gehen.
© United Archives / Getty Images"Am laufenden Band" (1974 - 1979)
"Man kann doch auch lachen am laufenden Band. Und Blödsinn machen am laufenden Band." Acht Kandidaten traten in der Live-Spielshow mit Moderator Rudi Carrell (rechts) an, von denen einer am Ende am "laufenden Band" Platz nehmen durfte. Mit dabei als Carrells Assistent: Heinz Eckner.
© 1998 Getty Images/Peter Bischoff"Am laufenden Band" (1974 - 1979)
Im Schlusspiel mussten sich die Gewinner Gegenstände merken, die auf einem Förderband an ihnen vorbeifuhren. Immer mit dabei: ein Fragezeichen, das einen Überraschungspreis symbolisierte. Aber auch Dinge wie ein Toaster oder ein Fernseher. Was man sich gemerkt hatte, durfte mit nach Hause genommen werden. 51 Folgen wurden am Samstagabend ausgestrahlt.
© 1978 Getty Images/Peter Bischoff"Musik ist Trumpf" (1975 - 1981)
"Musik ist Trumpf" war eine Musikshow mit Sketcheinlagen am Samstagabend im ZDF. Zunächst wurde sie von Peter Frankenfeld (rechts), nach dessen Tod von Harald Juhnke moderiert. Top-Stars wie Walter Giller (links), Anneliese Rothenberger oder Vico Torriani waren Stammgäste.
© 1978 Getty Images/Peter Bischoff"Bio's Bahnhof" (1978 - 1982)
Er war schon über 40, als er das deutsche Showfernsehen aufmischte. Mit seinen legendären Shows brachte der Spätstarter Alfred Biolek eine ganz neue, kultivierte Note ein: mit der Kochsendung "alfredissimo", der Talksendung "Boulevard Bio" und der Unterhaltungsshow "Bio's Bahnhof" (im Bild: die damals 14-jährige Anke Engelke), von der es 30 Ausgaben gab. Zu den Gästen gehörten Sammy Davis Jr., Udo Lindenberg und Sting.
© WDR / Horst Galuschka"Drei mal Neun" (1970 - 1974)
"Drei mal Neun" war Wim Thoelkes Einstieg in die große Abendunterhaltung. Mit der Rateshow unterstützte man, wie auch mit Nachfolger "Der Große Preis" die "Aktion Sorgenkind". Höhepunkt der Sendung war das Finale, bei dem Prominente an ihrer Silhouette zu erkennen waren.
© United Archives / Getty Images"Einer wird Gewinnen" (1964 - 1989)
"Einer wird Gewinnen" gehörte zu den erfolgreichsten Samstagabendsendungen der TV-Geschichte. 89 Folgen moderierte Hans-Joachim Kulenkampff (links Assistentin Gaby Kimpfel). In der Quiz- und Spielshow traten acht Kandidaten aus acht europäischen Ländern an. Traditionell überzog Kulenkampff seine Sendung deutlich. Einmal blieb er absichtlich zu kurz: Der Sender musste minutenlang das ARD-Logo zeigen.
© United Archives"Erkennen Sie die Melodie?" (1969 - 1977)
Eine Quizshow für Experten: Drei Kandidaten mussten Lieder und Melodien aus den Sparten Oper, Operette und Musical erkennen. Durch das Original der charmanten, kleinen Sendung "Erkennen Sie die Melodie?" führte Ernst Stankovski, in den 80er-Jahren wurde sie mit Günther Schramm noch einmal neu aufgelegt. Insgesamt gab es 153 Folgen.
© United Archives / Getty Images"Der Goldene Schuss" (1964 - 1970)
Lou van Burg (Bild) und später Vico Torriani führten durch die spektakuläre ZDF-Spielshow, die auf der berühmten Szene aus Schillers "Wilhelm Tell" basierte. Durch Anweisungen am Telefon platzierten Anrufer eine Armbrust, mit der auf eine Zielscheibe geschossen wurde. "Der Goldene Schuss" war die erste in Farbe ausgestrahlte Show des deutschen Fernsehens.
© United Archives / Getty Images"Hätten Sie heut' Zeit für mich?" (1972 - 1978)
Michael Schanze führte durch die Personality-Show "Hätten Sie heut' Zeit für mich?" mit Musik, Sketchen und Gesprächen. Zunächst hatte Roy Black die Sendung präsentieren sollen. Zu Gast waren unter anderem Mireille Mathieu, Caterina Valente und Reinhard Mey. Ab 1977 moderierte Michael Schanze das Kinder-Quiz "1, 2 oder 3".
© Heinz Browers / United Archives / Getty Images"Je später der Abend" (1973 - 1978)
"Je später der Abend" war die erste Sendung des deutschen Fernsehens, die als Talkshow bezeichnet wurde. "Talk", so erläuterte Moderator Dietmar Schönherr (rechts), komme aus dem Englischen und bedeute "reden". Es handle sich also schlicht um eine "Rederei". Fernsehgeschichte schrieb ein Auftritt von Romy Schneider, die den Autor und Schauspieler Burkhard Driest mit den Worten "Sie gefallen mir. Sie gefallen mir sehr" umgarnte.
© 1974 Getty Images/Peter Bischoff"Kennen Sie Kino?" (1968 - 1984)
Nachdem die Quizsendung "Kennen Sie Kino?" zunächst im Dritten Programm lief, startete sie 1970 im Ersten mit dem Moderator Hellmut Lange, der damals zu den populärsten Schauspielern des Landes gehörte. Die Quizfragen drehten sich ausschließlich um das Thema Kino. Nach Lange übernahm 1981 Rainer Brandt die Sendung. Der Schauspieler und Autor verfasste unter anderem die populäre Synchronisation der Krimiserie "Die 2".
© Schweigmann / United Archives / Getty Images"Montagsmaler" (1974 - 1996)
Zu den bekanntesten Abendshows in Deutschland gehörten über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg die "Montagsmaler", die später auch am Dienstag liefen. Prominente sowie Kinder-Kandidaten mussten vorgebene Begriffe zeichnen und erraten. Nach Frank Elstner (1974 - 1979), der dann "Wetten, dass..?" erfand, führten zunächst Reinhard Mey und danach Sigi Harreis durch die Show, die 2018 noch einmal mit Guido Cantz neu aufgelegt wurde.
© ZDF"Die Peter-Alexander-Show" (1963 - 1996)
Es waren Festtage in den Familien. Peter Alexander, von allen geliebt und geschätzt, machte sich rar im deutschen Fernsehens. In der Regel nur ein- bis zweimal im Jahr präsentierte er seine "Peter-Alexander-Show", die die TV-Unterhaltung neu erfand. Ein Mix aus Musik, Sketchen, Parodien und Weltstars versammelte in der Spitze bis zu 70 Prozent der Zuschauer vor den Empfangsgeräten.
© 1978 Getty Images/Peter Bischoff"Plattenküche" (1976 - 1980)
Musik und Sketche - die Idee, die später unter anderem die TV-Show "Bananas" aufgriff, entstand erstmals für die "Plattenküche" mit Helga Feddersen und Frank Zander. Ein für damalige Zeit außergewöhnlich anarchisches Showformat, in dem eine Reihe wiederkehrender Kunstfiguren (Dr. Moser, Püppi Puder) ihre eigene Fangemeinde hatten.
© Impress Own / United Archives / Getty Images"Zwischenmahlzeit" (1963 bis 1982)
Sie war ein wenig vergleichbar mit Désirée Nick - nur deutlich lustiger. Gisela Schlüter, erfahrene Schauspielerin, führte ab 1963 durch die TV-Show "Zwischenmahlzeit". Musik, Tanz und Sketche gehörten zum recht wilden Konzept. Als Sketchpartner an Gisela Schlüters Seite war stets der rumänisch-deutsche Schauspieler Mircea Krishan. Aber auch andere prominente Gäste wie Heinz Schenk (Bild) waren dabei. 35 Folgen wurden produziert.
© kpa/United Archives via Getty Images"Zum Blauen Bock" (1957 - 1987)
30 Jahre auf Sendung, mehr als 200 Ausgaben. "Zum Blauen Bock" gehört zu den populärsten TV-Klassikern. In einer Art Schankwirtschaft empfing Moderator Heinz Schenk prominente Gäste aus allen Bereichen zu Musik und Sketchen. Sie erhielten in der Regel als Dank einen Bembel.
© YouTube-Screenshot / HR"Zum Blauen Bock" (1957 - 1987)
Heinz Schenk übernahm 1967 die Sendung von Otto Höpfner, mit dem es wegen eines Honorarstreits zur Trennung gekommen war. In Erinnerung blieben bei Anhängern vor allem auch die alljährlichen Karnevalssendungen. Mit zum Team gehörte neben Schenk auch Lia Wöhr als Wirtin und Reno Nonsens als Oberkellner ("Tach, Frau Wirtin!" - "Tach, Herr Nonsens!")
© 1982 Getty Images/Peter Bischoff"Die Pyramide" (1979 - 1994)
Die 45-minütige Spielshow "Die Pyramide" mit Moderator Dieter Thomas Heck lief 25 Jahre lang und fußte auf einer Idee aus den USA. Zwei Kandidaten mussten sich Begriffe erklären, ohne bestimmte Worte dazu zu verwenden. In den Teams saßen sowohl prominente als auch nicht prominente Mitspieler, wie hier Rosi Mittermaier (links), Ehemann Christian Neureuther (Mitte) sowie die Kandidaten Ingrid Reinisch und Roland Hertsch. 164 Ausgaben wurden produziert.
© 1985 Getty Images/Peter Bischoff"Spiel ohne Grenzen" (1965 - 1999)
"Spiel ohne Grenzen" - das war in der Regel ein riesiges Volksfest. Gerne ein bisschen chaotisch, pannenreich, aber höchst unterhaltsam. In der Actionshow (den Begriff hätte damals natürlich niemand verwendet) traten nationale oder internationale Städte mit ihren Vertretern in Wettbewerben gegeneinander an. Camillo Felgen (Bild) führte bis 1973 durch das Original, ihm folgten unter anderem Frank Elstner und Erhard Keller.
© 1971 Getty Images/Peter Bischoff"Was bin ich?" (1955 - 1989)
"Welches Schweinderl hätten's denn gern?" Robert Lembke (hintere Reihe, rechts) schuf dieses bis heute geflügelte Wort. In seiner kleinen, überaus charmanten Show "Welches Schweinderl hätten's denn gern?" Robert Lembke (hintere Reihe, rechts) schuf dieses bis heute geflügelte Wort.
© United Archives / Getty Images"Was bin ich?" (1955 - 1989)
In seiner kleinen, überaus charmanten Show "Was bin ich?" riet ein Team zunächst die oft ungewöhnlichen Berufe der Gäste ("Sind Sie mit der Herstellung oder Verteilung einer Ware beschäftigt?"). Am Ende musste ein prominenter Gast erraten werden. Nach Robert Lembkes Tod 1989 wurde die Sendung eingestellt, sie erlebte im Jahr 2000 eine Neuauflage mit Björn Hergen Schimpf.
© United Archives"Alles oder Nichts" (1958 -1988)
Auch "Alles oder Nichts" basierte auf einem US-amerikanischen Vorbild. In der Quizshow, die 1958 aus dem BR-Vorabendprogramm in die ARD kam, bekamen Kandidaten Quizfragen aus ihrem Spezialgebiet. 8.000 Mark waren zu erspielen. Die Show hatte insgesamt sechs Moderatoren. Max Schautzer (Bild) folgte 1983 auf seinen Vorgänger Günther Schramm.
© United Archives / Getty Images"Starparade" (1968 - 1980)
Schon sein betont lässiger Auftritt war ungewöhnlich. Rainer Holbe führte von 1968 bis 1980 vierteljährlich durch die "Starparade" - eine mit großem Aufwand in Szene gesetzte Live-Show, die aus verschiedenen Hallen in Deutschland gesendet wurde. Künstler wie Mireille Mathieu wurden von dem Orchester James Last begleitet, der hier seinen ersten TV-Auftritt hatte.
© 1973 Getty Images/Peter Bischoff"ZDF-Hitparade" (1969 - 2000)
"Hier ist Berlin!" Dieter Thomas Heck moderierte 183 Ausgaben der "ZDF-Hitparade", die in der Regel zwölfmal jährlich am Samstagvorabend ausgestrahlt wurde. Deutsche Interpreten stellten sich dem Votum des Publikums. Nach Dieter Thomas Heck übernahmen zunächst Viktor Worms und dann Uwe Hübner die Moderation.
© ZDF/Arthur Grimm"disco" (1971 - 1982)
Hier waren sie alle. Genregrenzen gab es nicht. So traf bei "disco" Schlager auf Rock, Pop auf Country. Ilja Richter führte bis kurz vor seinem 30. Geburtstag durch die Musikshow, in der die Künstler stets mitten unter dem Publikum auftraten. Abwechslung versprachen die Sketche, in denen der Moderator mit einem prominenten Gast auftrat. 133 Ausgaben gab es.
© ZDF / Renate Schäfer"Wetten, dass..?" (1981 - 2014)
Eine größere Show gab es nicht im deutschen Fernsehen. Und auch künftig wird keine Show mehr diese Bedeutung erlangen können. Frank Elstner ersann das Konzept von "Wetten, dass.?" in einer schlaflosen Nacht. Die Idee: Menschen stellten ungewöhnliche Wetten vor, die sie live in die Tat umsetzen solten. 215 Folgen wurden ausgestrahlt.
© 1983 Getty Images/Peter Bischoff"Wetten, dass..?" (1981 - 2023)
Mit Unterbrechung durch Wolfgang Lippert führte Thomas Gottschalk von 1987 bis 2011 durch die Sendung. Ihm folgte 2012 Markus Lanz, der bis zum vorläufigen Ende der Sendung 214 moderierte. Ab 2021 gab es drei Neuauflagen mit Thomas Gottschalk, der 2023 dann seinen endgültigen Abschied verkündete.
© ZDF/Renate Schäfer