Bares für Rares
Im Händlerraum von "Bares für Rares" sorgte am Dienstag eine Bronze-Statue für Aufregung. "Ich mache jetzt ein Gebot ...", setzte Pauritsch an. Doch er kam nicht weit. "Ist mir schon klar, was du jetzt sagst", unterbrach ihn Jan Čížek. Elke Velten und Vechtel hielten sich gar die Ohren zu. Pauritsch sprach ein Machtwort...
© ZDFBares für Rares
"Das passt so gar nicht in unseren Wohnraum", fand Sabine. Die Rede war von einer Bronze, die eine junge Dame darstellte. "Ich mag sie nicht", machte sie deutlich. Ihr Mann sah das anders: Er mag "das schöne, runde Mädchen". Doch die Dame des Hauses setzte sich durch.
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Mit der Lupe am Ohr der "Mitbewohnerin" des Ehepaars verschaffte sich Expertin Dr. Friederike Werner einen ersten Eindruck von dem Kunstwerk. Dann polterte Horst Lichter mit Elan ins Bild ...
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"Ach, welch eine Stimmung hier!", sinnierte er laut. "Man merkt so richtig die Aufregung: Was ist es wert? Was sagt die Frau Doktor gleich dazu? Ist der Lichter nett oder nicht?" Natürlich war der Moderator wie immer nett. Doch wie wertvoll war das Mitbringsel?
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"Die hat mein Vater mal erworben, das ist schon ganz lange her", berichtete Andreas. "Jetzt haben wir das übernommen und gedacht: Nein, das passt nicht." Eigentlich meinte er wohl seine Frau mit "wir". Lichter wollte wissen, ob die Dargestellte "Die Badende" hieß ...
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Friederike Werner war kein Titel bekannt. "Auf jeden Fall ist es eine Träumende, vielleicht ist sie gerade aus dem Bade entstiegen oder geht gleich baden", glaubte die Kunsthistorikerin über die Dame, die auf einer "schönen patinierten Bronze" ruhte.
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Hergestellt wurde sie vom Bildhauer und Hochschullehrer Harry Liebmann. Der Künstler war laut Dr. Friederike Werner "viel in der Welt unterwegs" und arbeitete unter anderem für Meissen und die KPM. "Hui!", machte Horst Lichter anerkennend.
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Werner taxierte auf eine Entstehung zwischen 1910 und 1915. Der Künstler habe "gedanklich das Jugendstilige, Symbolistische, das Erotische verlassen" und stelle "nicht einfach eine nackte Nymphe dar". Stattdessen sei er "in der Moderne angekommen".
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Das sei in Werners Augen "das Faszinierende an diesem Werk". Lichter erkundigte sich nach dem Zustand der Bronze. Die Expertin erwähnte einen kleinen Abplatzer am Sockel und zwei kleine Kratzer an der Seite und dem Rücken. "Da hat sie sich gekratzt", meinte Lichter.
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Lichter stellte die obligatorische Frage nach dem Preiswunsch des Ehepaares. Der lag zwischen 600 und 800 Euro. Dr. Friederike Werner widersprach. Die "stattliche Statue" des Künstlers war ihrer Meinung nach mehr wert: 1.200 bis 1.800 Euro.
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Elke Velten lüftete das Tuch und das Geheimnis darunter. Konfrontiert mit nackten Tatsachen machten sie, Christian Vechtel und Jan Čížek im Chor anerkennend: "Oooh!" Vechtel ergänzte: "Oh lala!" Wolfgang Pauritsch blieb stattdessen bei den harten Fakten.
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"Schwer und schön", nannte Pauritsch die Bronze-Dame. "Ich finde sie gut und sowas stellt man auch ins Badezimmer", war der Händler überzeugt. Sein Startgebot: 300 Euro. Auch Jan Čížek und Christian Vechtel stiegen interessiert ein.
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"Ich mache jetzt ein Gebot ...", setzte Pauritsch an. Er kam nicht weit. "Ist mir schon klar, was du jetzt sagst", unterbrach ihn Jan Čížek. Elke Velten und Vechtel hielten sich gar die Ohren zu. Vechtel rief laut: "Nein, nein!" Wie ging Pauritsch mit dem Kindergarten um?
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"Könnt ihr mal ruhig sein?!", bat Pauritsch um Contenance. Er war allerdings eher amüsiert als echauffiert. Die Kollegen lachten. Endlich war es still genug für den Satz, den Pauritsch sich zurechtgelegt hatte: "Ich mache jetzt ein Gebot wie eine Umarmung - 1.000."
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Das Verkäufer-Duo wirkte unbeeindruckt von dieser Poesie. Warum zeigte sich, als Andreas den Schätzpreis der Expertin nannte. Pauritsch, Velten, Vechtel und Čížek gingen höher. Als Jan Čížek 1.3000 Euro nannte, resignierte Pauritsch: "Ich bin sprachlos."
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"Wenn du möchtest, Wolfgang, kannst du drüber gehen", schlug Čížek vor. "Kann ich auch drüber gehen?", bohrte Vechtel. "Ne, du nicht", witzelte Čížek. Als Vechtel schmollend fragte: "Warum bietest du ihm das an und mir nicht?!", klärte Čížek ihn auf: "Nur Spaß."
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Vechtel bot nun 1.320 Euro. Ferdi Resul Adanir erklärte Čížek: "Jetzt hast du ihn aufgestachelt." Pauritsch jammerte: "Ihr habt mir die Freude an der Statue genommen." Von wegen: Er bot glatte 1.400 Euro.
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"Das ist der Moment wo Sie Ihre Frau küssen und dann zu mir kommen sollten, um das Geld zu holen", fand Pauritsch. Doch zuvor siegte Vechtel mit 1.420 Euro. Der Kuss des Paares wurde von den Händlern mit "Ooh!"-Rufen und Applaus quittiert. Was für ein filmreifes Happy End!
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Stefan rettete den Trainingsanzug seines Schwiegervaters vor der Wegwerf-Wut seiner Gattin Gudrun. Neben dem Konterfei von Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer sorgte das Alter (1969) für einen Sammlerwert von bis zu 350 Euro. Ferdi Resul Adanir bezahlte lediglich 100 Euro.
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Was Lichter wenig expertenhaft als "dieses Bümmelchen in der Mitte" der Manschettenknöpfe bezeichnete, war ein Mondstein. Claudia und Michael erhofften sich 500 Euro. Heide Rezepa-Zabel erhöhte auf bis zu 800. Exakt diesen Preis bezahlte Elke Velten.
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Die nächste Rarität: ein Kartenspiel-Schränkchen. Hergestellt wurde es um 1860 in einer britischen Kolonie. In die Heimat von Maria-Therese und ihrer Tochter Antoinette kam es durch einen luxemburgischen Soldaten aus dem 2. Weltkrieg. Schätzpreis: 600 Euro. Pauritsch bezahlte 550.
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"Leider habe ich keine Geschichte dazu, deshalb bin ich hier", erklärte Fabian. Die Schleifenbrosche mit insgesamt 0,9 Karat Diamanten war ursprünglich ein Erbstück seiner Oma. Auf 900 Euro taxiert Dr. Heide Rezepa-Zabel. Elke Velten investierte 700.
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"Der Erlös würde einem sehr guten Zweck zugeführt werden - mir", scherzte Roland. Für seine Glasvase erhoffte er sich 300 Euro. Viel zu bescheiden: Dr. Werner empfahl bis zu 2.200. Christian Vechtel war sie 1.500 Euro wert.
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