ZDF-Talk

Markus Lanz über denkwürdigen Talk: "Das Gefühl, dass ich seine Kanzlerschaft mit verhindert habe"

01.04.2025 von SWYRL

In der Politik gehen würde er nie, beteuert Markus Lanz im TV-Interview mit seinem Moderatorenkollegen Johannes B. Kerner. Jedoch erinnert er sich an ein Gespräch, in dem sein ZDF-Talk möglicherweise politische Folgen hatte. Lob kam Polit-Talker für die viel kritisierte GenZ.

Der ZDF-Talk "Markus Lanz" gehört zweifellos zu den gefährlichsten Bühnen, auf denen sich Politiker im deutschen Fernsehen zu bewähren haben. Der Gastgeber gilt für gewöhnlich als gut vorbereitet und meinungsstark - und als einer, der sein Gegenüber nicht so leicht aus dem rhetorischen Schwitzkasten lässt.

Die Erfahrung machte im März 2021 auch Armin Laschet. Der damalige Kanzlerkandidat der Union geriet in einer denkwürdigen Polit-Talk-Ausgabe mächtig unter Druck, unter anderem vor dem Hintergrund schlechter Umfragewerte und öffentlicher Sticheleien seines CSU-Widersachers Markus Söder. "Was muss passieren, dass Sie verzichten?", hatte Lanz seinem Gast damals indirekt die Aufgabe der Kanzlerkandidatur nahegelegt. "Der Spiegel" schrieb über Laschets Auftritt: "Vielleicht hat er sich in dieser Sendung sogar endgültig um seine Option aufs Kanzleramt palavert."

Als ein "sehr taffes Gespräch" erinnerte sich nun Markus Lanz an das Aufeinandertreffen mit dem CDU-Politiker im ZDF-Studio. Mit Johannes B. Kerner sprach Lanz in dessen Gesprächsreihe "Bestbesetzung" auch über mögliche Folgen für den späteren Wahlausgang.

"Ich glaube, Armin Laschet, den ich wirklich mag, hat das Gefühl, dass ich seine Kanzlerschaft mit verhindert habe", sagte Lanz in der MagentaTV-Sendung. Lanz weiter: "Ich glaube nicht, dass das die richtige Einschätzung ist. Ich bin mir sogar sicher, dass es nicht so ist. Aber wenn es so wäre, täte es mir leid. Ich sollte ihn mal anrufen."

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Markus Lanz über die GenZ: "Ich mag diese Generation"

Sein Blick auf Deutschland hat sich über die Jahre gewandelt, verriet der gebürtige Südtiroler außerdem. "Als ich nach Deutschland gekommen bin, war Deutschland immer das Land, auf das wir alle geguckt haben", erinnert sich Lanz. Heutzutage beobachte er eine andere Mentalität der Menschen: "Die Leute arbeiten ja viel, aber das Gefühl ist: Wir tun irgendwie nichts." Es sein nun auch Aufgabe der Politik, der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt das Zutrauen in sich selbst zurückzugeben.

Die häufig als verwöhnt und leistungsscheu kritisierten "Generation Z" nahm Markus Lanz in dem Zusammenhang in Schutz: "Ich mag diese Generation", erklärte Lanz. "Ich denke oft: So wäre ich auch gern gewesen. Selbstbestimmt. Lassen sich nicht alles erzählen. Haben ihre eigene Meinung. Haben eine Idee vom Leben - und sind klug. Mit denen kannst du hart diskutieren. Ich mag das."

Zuletzt wies der 56-jährige Moderator eigene politische Ambitionen weit von sich: "Ich würde nie in die Politik gehen. Ich kann das nicht. Das ist ein Geschäft für Profis."

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