Schauspieler im Interview

Tom Beck erinnert sich an die Schule: "Sie war meine erste Bühne"

08.03.2023 von SWYRL/Aylin Rauh

Schauspieler Tom Beck spielt in der neuen ZDFneo-Serie "Like a Loser" den Schuldirektor Guideon Stöfgen. Ein perfekter Anlass, um mit dem 45-Jährigen über seine Schulzeit, Lieblingsfächer und ersten Bühnenerfahrungen in der Schule zu sprechen.

Seine Schullaufbahn hat Tom Beck schon vor vielen Jahren am Neuen Gymnasium Nürnberg beendet, trotzdem erinnerte er sich noch ganz genau an diese Zeit. "Ich hatte während meiner Schulzeit schon den Drang, mich mitzuteilen", erklärte der 45-Jährige im Interview mit einem Augenzwinkern. Er sei "einfach etwas lauter" gewesen. Während er damals Fächer wie "Mathe und Physik" nicht wirklich mochte, weckten eher sprachliche Fächer und "Chorsingen" sein Interesse. "Mit naturwissenschaftlichen Fächern konnte man mich jagen", gesteht er lachend. Trotz der Tatsache, dass er sein Abitur nachmachen musste, sei er gerne zur Schule gegangen und habe alles entspannt gesehen - im Gegensatz zu seinen Eltern. "Sie waren schon streng. Als ich ein Teenager war, haben wir uns etwas entfernt, was aber normal ist in der Pubertät", erklärte der Ehemann von "Let's Dance"-Teilnehmerin Chryssanthi Kavazi. Warum all das so interessant ist? Tom Beck kehrt an die Schule zurück! - In der Comedy-Serie "Like a Loser" (ab Dienstag, 14. März, 21.45 Uhr, ZDFneo) verkörpert er den Schuldirektor Guideon Stöfgen.

teleschau: Herr Beck, in "Like a Loser" spielen Sie einen Schuldirektor. Wie war es für Sie, an die Schule zurückzukehren?

Tom Beck: Lustig! Bei "Like a Loser" konnte ich das schon genießen, weil ich ja einen Schuldirekt spiele und quasi auf der anderen Seite stehe.

teleschau: Wie war es als Schüler?

Beck: Eher nicht so schön! Weil ich damals immer schwitzend in die Schule gerannt bin und gehofft habe, dass ich wegen einer Abfrage nach vorne gerufen werde (lacht).

teleschau: Welche Fächer mochten Sie am liebsten?

Beck: Sport und Musik habe ich sehr gemocht. Irgendwann kam noch Chorsingen dazu. Und alles, was mit Sprache zu tun hatte, hat mir sehr gefallen. Eigentlich komisch, dass ich damals mit einer toten Sprache - Latein - angefangen habe. Aber es war wohl doch ein guter Grundstock für romanische Sprachen. Französisch mochte ich nämlich auch. Nur mit naturwissenschaftlichen Fächern konnte man mich jagen (lacht).

teleschau: Fächer wie Mathe kommen ohnehin eher selten, wenn man Leute nach den Meriten ihrer Schulzeit fragt.

Beck: Ja, und das kann ich verstehen. Mathe und Physik waren bei mir der Grund, weswegen ich eventuell mal ansatzweise versetzungsgefährdet war. In der zehnten Klasse hatte ich in Physik große Schwierigkeiten, konnte es aber zum Glück in der elften Klasse abwählen. Dann war zwar immer noch Mathe da. Das ging dann aber noch gerade so.

teleschau: Wie haben Sie Ihre Schulzeit ganz allgemein in Erinnerung?

Beck: Bis zu einem gewissen Punkt war sie sehr angenehm. Obwohl ich in der 13. Klasse durchs Abi gerasselt bin und den Abschluss noch mal machte, bin ich gerne zur Schule gegangen. Sie war meine erste Bühne, weil ich vor der Klasse nur Quatsch gemacht habe - zumindest an den drei Tagen in der Woche, an denen ich zur Schule gegangen bin (lacht). Ich gebe zu: Ich habe die Tatsache, dass man die Entschuldigungen selbst unterschreiben konnte, schamlos ausgenutzt. An alle Schülerinnen und Schüler da draußen: Bitte nicht nachmachen (lacht)!

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"Komme aus einer Familie, in der es wichtig war, eine gute Ausbildung zu bekommen"

teleschau: Klingt so, als wären Sie damals ein frecher Schüler gewesen...

Beck: Das kann man so sagen (lacht). Frech klingt fast zu süß. Ich war jetzt kein A ..., aber einfach etwas lauter. Rückblickend betrachtet hatte ich während meiner Schulzeit schon den Drang, mich mitzuteilen. Aber da wusste ich noch nicht, dass ich auf die Bühne muss. Deswegen habe ich mich oft mit Störgeräuschen im Unterricht bemerkbar gemacht.

teleschau: Welche Lebensweisheiten würden Sie Ihrem Teenager-Ich raten, wenn Sie eine Zeitreise machen könnten?

Beck: Ich komme aus einer Familie, in der es wichtig war, eine gute Ausbildung zu bekommen. Dass man gutes Geld verdient, um sein Leben zu bestreiten. Aus diesem Grund würde ich ihm raten, so etwas lieber nicht zu sehr in den Vordergrund zu stellen, sondern herauszufinden, wofür sein Herz schlägt und was ihm Spaß macht. Er soll sich die Zeit dafür nehmen, sich auszuprobieren. Zu meiner Zeit wurde schnell von einem verlangt, dass die weiteren Pläne nach dem Abitur sofort stehen. Damals hatte ich noch zu wenig Ahnung und zu wenig in gewisse Bereiche reingeschnuppert. Das war es. Richtige Lebensweisheiten könnte ich ihm nicht mitgeben.

teleschau: Warum?

Beck: Bei mir kam eben immer alles anders, als geplant. Ich bin durchs Abi gerasselt, das war der größte Schock für meine Eltern. Für mich auch, aber das war nach drei Tagen vorbei. Ich sah die Situation etwas entspannter als sie. Ich komme aus einer Arbeiterfamilie und war der Erste, der Abitur gemacht hat. Aber wer weiß, wie mein Leben verlaufen wäre, wenn ich mein Abi beim ersten Mal geschafft hätte. Vielleicht wäre es dann so wie bei meiner Serienrolle.

teleschau: Würden Sie sagen, dass Ihre Eltern beim Thema Schule streng waren?

Beck: Ja. Sie waren schon streng. Als ich ein Teenager war, haben wir uns etwas entfernt, was aber normal ist in der Pubertät. Man möchte da sein eigenes Ding machen, seinen eigenen Weg gehen. Ich war ein gerissener Teenager und habe nicht immer die Wahrheit gesagt. Dadurch wurden meine Eltern dann strenger. Für sie war es aber auch schwierig, meine Veränderung zu bemerken, die dann in meinem Kopf stattgefunden hat. Aber das ist für die Eltern immer etwas schwieriger. Kinder und Jugendliche sind sehr gerissen. Man kann in ihre Köpfe nicht reinschauen.

"Ich werde bedingungslos lieben"

teleschau: Was würden Sie als Vater dagegen tun?

Beck: Das kann ich Ihnen leider nur aus der Theorie sagen, weil das bei mir noch in weiter Ferne liegt. Ich hoffe natürlich, dass ich immer da bin. Und ich werde bedingungslos lieben, was ich niemals an Noten oder Leistungen festmachen würde. Natürlich sagt sich das immer so leicht, aber ich wünsche mir, dass ich diese Mischung aus "Solange du deine Füße unter meinem Tisch hast" und "Ich höre dir zu und bin dein Kumpel" hinbekomme. Das ist mein Ziel.

teleschau: Wie haben Sie als Jugendlicher den Sprung auf die Bühne geschafft?

Beck: Ich war schon immer auf der Bühne. Das fing mit paar Instrumenten an, die ich gespielt habe. In der Schule gab es auch diverse Aufführungen, an denen wir teilnehmen mussten. Vor denen habe ich mir oft in die Hose gemacht. Geboren bin ich für so was nach wie vor nicht, weil ich immer mit starkem Lampenfieber zu kämpfen habe und sehr nervös bin. Aber trotzdem hat bereits in jungen Jahren etwas in mir geschlummert, das raus wollte.

teleschau: Haben Sie Tipps gegen Lampenfieber?

Beck: Sich maximal gut vorbereiten, auch bei Klausuren (lacht)! Bei mir war das Problem, dass ich zum Beispiel vor Prüfungen nichts gelernt hatte, und wenn man nichts lernt, kann man nichts wissen. Aber allgemein Tipps gegen Lampenfieber zu geben, ist schwierig. Der eine hat es mehr, der andere weniger. Tief durchatmen, vielleicht hilft auch meditieren. Routine würde mir noch einfallen. Wenn ich auf Drehs bin, habe ich natürlich kein Lampenfieber, weil ich den Beruf schon etwas länger ausübe. Aber wenn ich Max Giesinger bei seiner Tour supporte und vor 10.000 Leuten spiele, bin ich nervöser, weil ich das nicht täglich mache.

teleschau: Wäre dann "Let's Dance" etwas für Sie? Ihre Frau Chryssanthi Kavazi ist ja in der aktuellen Staffel dabei...

Beck: Ich habe großen Respekt davor. Gerade, weil ich jetzt sehe, welches Pensum meine Frau da abreißen muss und wie durchgetaktet ihre Arbeitstage sind. Sie tanzt jeden Tag zehn Stunden, freitags schläft sie vor drei Uhr nachts nie ein, weil sie noch Interviews geben muss und vieles mehr. Dennoch würde mich diese Herausforderung sehr reizen. Ich probiere mich gerne in neuen Felder aus.

teleschau: Wie meistern Sie den Alltag als Eltern, während Ihre Frau unterwegs ist?

Beck: Der Alltag muss gut organisiert werden, aber das kriegen wir hin. Wir sind ein sehr eingespieltes Team. Ich habe mir den "Let's Dance"-Zeitraum etwas freigehalten und nehme an Projekten teil, die ich hier vor Ort machen kann. Natürlich könnte ich jetzt nicht an einem Auslandsdreh teilnehmen, aber alles, was hier passiert, lässt sich gut realisieren.

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