Bares für Rares
"Kaum lasse ich mir ein bisschen mehr Zeit, wird hier rumgespielt", meinte Horst Lichter in der Dienstagsausgabe von "Bares für Rares" augenzwinkernd, als er Annika Raßbach beim Billardspiel erspähte. Die Expertin wollte natürlich nur das Verkaufsobjekt testen.
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Annika Raßbach lamentierte, sie habe "kläglich verloren". Kein Wunder, denn Dietmar (Zweiter von links) und sein Schwager Udo (Dritter von links) sind ehemalige Vereinsspieler. "Der Verein hat sich aufgelöst und das ist das Überbleibsel", berichtete Udo.
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"Den Billardtisch haben wir mit einem Modellschreiner selbst gebaut", verriet Udo. Das war vor rund 40 Jahren. "Wir hoffen, dass er in gute Hände kommt", erklärte er. "Das ist aber kein normales Billard", erkannte Horst Lichter.
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Annika Raßbach klärte auf: Es ging hier um das in Amerika erfundene "Bumper-Pool", in Deutschland "Golf-Billard" genannt. "Mit Golf hat es nur zu tun, dass man einlochen muss", gab die Expertin zu bedenken. Sie hielt den Begriff daher für einen Übersetzungsfehler.
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Die namensgebenden "Bumper" waren Hindernisse auf dem Spielfeld, die das Navigieren der Bälle erschweren sollten. "Du musst deine Kugeln in das Loch des Gegners verfrachten", erklärte Raßbach die Basics. Der Clou: Man könne auch defensiv spielen.
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"Du kannst versuchen, die Kugel, die schon vor deinem Loch liegt, wegzuschießen", ging die Expertin ins Detail. "Wer fängt denn da an?", erkundigte sich Lichter. "Beide gleichzeitig", antworten Raßbach und die Profis gleichzeitig. "Ach!", staunte der Moderator.
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"Das ist eigentlich eine ganz, ganz tolle Spielweise, die Spaß macht", fand die Expertin, zumal bis zum Schluss offen bleibe, wer gewinnt. In den 70er- und 80er-Jahren sei diese Billard-Variante in Kneipen immer beliebter geworden.
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Professionell in Serie gefertigt habe die Tische "eigentlich nur eine Firma in den USA, daher ist ein hoher Prozentsatz hier Marke Eigenbau", referierte Annika Raßbach. Wie bei diesem Modell, für das unterschiedliche Holzsorten verbaut wurden.
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"Ich glaube sogar, das war ein altes Bett", berichtete Udo über die eigenwillige Herstellung. Lichter und die Expertin schmunzelten. Ein Münzeinwurf erlaubte zwei Spiele für 50 Pfennig. Der Wunschpreis war deutlich höher: 200 Euro. Raßbach schätzte auf 150 bis 250.
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Lichter reagierte enttäuscht: "Ehrlich? Ich dachte mehr." Er hoffte, "dass die Händler es ähnlich wie ich sehen und dass es mehr wird". Im Händlerraum versuchten vier potenzielle Käufer bereits ihr Glück.
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"Das sieht ja spannend aus", dachte Fabian Kahl laut. Der Händler gestand: "Das habe ich noch nie gesehen." Udo erklärte, dass es sich um "Golfbillard" handelte. Kahl hakte neugierig nach: "Was ist das? Wie spielt man das? Warum?"
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Udo erklärte: Ein Spieler bekäme die weißen Bälle, der andere die roten. Wer den letzten seiner fünf eigenen Bälle eingelocht hat, habe gewonnen, so der Verkäufer. "Eigentlich ganz simpel, aber es wird auch verteidigt, vorgelegt ... Es ist ein interessantes Spiel."
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Lisa Nüdling äußerte eine Vermutung: "Haben Sie sich das Spiel ausgedacht?" Die beiden Verkäufer verneinten. "Wir hatten in der Spitze in unserer Gegend 52 Vereine in Gaststätten, die haben in vier Ligen gespielt", berichtete Udo aus der guten alten Zeit.
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"Jetzt haben wir ein Problem", kündigte Wolfgang Pauritsch an: "Ich hätte ihn gern, aber ich habe keinen Platz." Kaufen wolle er den Tisch nur gemeinsam mit einem Kollegen. Fabian Kahl machte deutlich: "Ich habe auch keinen Platz zum Lagern."
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"Wir lassen den hier, bis er verkauft ist", schlug Walter Lehnertz vor. Ein "Billardzimmer" regte dagegen Udo an. "Was kostet denn sowas?", wollte Kahl wissen. "Ein Billardzimmer?", konterte Udo. Fabian Kahl meinte hingegen den Wert des Tisches.
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Zum Schätzpreis schwiegen die Schwäger strategisch. Pauritsch bot 100 Euro. Walter Lehnertz folgte mit 180 und Kahl erhöhte auf 200 Euro.
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Lehnertz bot 250 Euro. Der maximale Schätzpreis war exakt erreicht. Dann überbot sich der Käufer überraschend selbst und erhöhte auf 300 Euro! "Das ist für die Vereinskasse, weil du nicht rumgezickt hast." Udo verriet danach: "Wir würden gern mal mit Waldi ein Spielchen machen."
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"Der gehaltvolle Kakao" - das versprach ein Emaille-Werbeschild der Marke Burkbraun aus den 1920er-Jahren. Ewald und Alfred erhofften sich 150 Euro, doch Expertin Annika Raßbach hielt 500 für vorstellbar. Walter Lehnertz bezahlte 480 Euro.
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Granatschmuck aus den 1870er- bis 1890er-Jahren wollte Constanze für 100 Euro verkaufen. Heide Rezepa-Zabel war beeindruckt, dass Lichter den Granatschmuck als solchen erkannte. Sie hielt bis zu 270 für möglich. Sarah Schreiber war das schmucke Trio 130 Euro wert.
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Daniel aus Augsburg wünschte sich 600 bis 900 Euro für das Ölgemälde von Johannes Engel Masurel. Das Werk entstand zwischen 1850 und 1900. riederike Werner taxierte auf 500. Exakt diese Summe bezahlte Wolfgang Pauritsch.
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Karl Geiser porträtierte mit dieser Bronze einen unbekannten. Das Schweizer Ehepaar Regula und Fabian erhoffte sich 2.000 Euro dafür. Expertin Werner erhöhte drastisch auf bis zu 6.000 Euro. Wolfgang Pauritsch erstand die Skulptur für 3.000 Euro.
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