27.02.2025 von SWYRL
Die Macht des Adels schwindet, doch Don Fabrizio kämpft weiter um sein Erbe. Das visuell beeindruckende Historiendrama "Der Leopard" erscheint als Miniserie auf Netflix.
Im Jahr 1860 wird Sizilien von den Truppen Garibaldis erobert, der das zersplitterte Italien vereinen will. Die Tage der alten Aristokratie sind gezählt, das erkennt der konservative Don Fabrizio (Kim Rossi Stuart) schnell. Gleichwohl er den Veränderungen nicht viel abgewinnen kann, ist er schlau genug, sich dem Neuen zu öffnen, um seine Stellung zu bewahren. Dafür ist er sogar bereit, das Herz seiner Lieblingstochter Concetta (Benedetta Porcaroli) zu brechen und seinen Neffen Tancredi (Saul Nanni) politisch opportun zu vermählen. Er soll Angelica (Deva Cassel), Tochter eines Bürgermeisters, heiraten und mit der Liaison die Zukunft der Salinas sichern.
"Der Leopard" (sechs einstündige Episoden, ab 5. März, bei Netflix) ist ein zeitloses Historiendrama mit aktuellen Bezügen. Der italienische Regisseur Luchino Visconti hatte aus dem gleichnamigen Roman von Guiseppe di Lampedusa bereits 1963 ein Meisterwerk fürs Kino gemacht. Netflix hat ihn jetzt als bewegende Miniserie für die Generation "Bridgerton" neu verfilmt und damit, das lässt sich nach den ersten drei vorab gezeigten Folgen sagen, einen Volltreffer gelandet. Das liegt zum einen an der opulenten Ausstattung, der leichtfüßigen Inszenierung, den erfrischenden Dialogen und dem großartigen Hauptdarsteller. Vor allem aber liegt es an dem Gegenspiel von Alt und Neu, von Wandel und Bewahren, von Tradition und Opportunismus, das bis heute fasziniert - weil es eben zeitlos ist. Auch wenn sich die Zeiten immer wieder ändern.