Streaming-Plan

David Fincher macht Michael Fassbender zum Killer: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

04.11.2023 von SWYRL

David Fincher liefert bei Netflix Thriller-Kost vom Allerfeinsten, während es bei Paramount+ in den Wilden Westen geht. Welche Streaming-Highlights diese Woche bereithält, verrät die Übersicht.

Auftragsmörder gab und gibt es viele in der Kino-, Fernseh- und Streaminggeschichte. Mal waren sie furchteinflößend ("No Country For Old Man"), mal extrem cool ("Pulp Fiction") oder sogar überraschend zartfühlend ("Léon - Der Profi"). Eine eher kleine, aber besonders faszinierende Erzähltradition widmet sich dem lakonischen Killer, dem man einfach nur bei der Arbeit zusieht. Nun fügt Thriller-Großmeister David Fincher mit "Der Killer" (ab 10. November bei Netflix) dem Genre ein neues zweistündiges Werk hinzu, das man ebenfalls nicht so schnell vergessen wird. Was Netflix, Prime Video und Co. in den nächsten Tagen sonst noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

Abonniere unseren Newsletter und wir versprechen, deine Mailadresse nur dafür zu verwenden.

Abonniere doch jetzt unseren Newsletter
Mit Anklicken des Anmeldebuttons willige ich ein, dass mir die teleschau GmbH den von mir ausgewählten Newsletter per E-Mail zusenden darf. Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und kann den Newsletter jederzeit kostenlos abbestellen.

"Der Killer", Netflix

Viele Sätze spricht der irische Charakterdarsteller und Superstar Michael Fassbender als namenloser Protagonist in "Der Killer" (ab 10. November, Netflix) nicht. Immerhin kommentiert er sein Denken und Handeln per Voice-Over. David Fincher komponiert seinen Film so streng wie jene Morde, für die der Killer wohl fürstlich bezahlt wird. In fünf Kapitel ist die Geschichte unterteilt, welche die Hauptfigur von Paris über die Dominikanische Republik nach New Orleans, New York und Chicago führen.

Weil man sehr viel mehr Spaß am Film hat, wenn man zu Anfang wenig über den Plot weiß, soll nur so viel verraten werden: Bei der Ausführung des Paris-Jobs geht für den stets in planerischer Perfektion vorgehenden Killer etwas schief - was den weiteren Verlauf seiner Reiseroute beeinflusst.

Faszinierend an "Der Killer" ist neben seiner Plot-Dynamik und dem Betrachten eines ungewöhnlichen Handwerks in (geplanter) Perfektion die Frage: Wird der Killer sein Mantra bis zum Ende durchziehen - oder wird auch er zu einem jener Menschen, die emotional reagieren und deshalb verwundbar sind. Regisseur David Fincher schickt seinen Star Michael Fassbender in "Der Killer" auf einen furiosen existenzialistischen Trip, der angenehm weit weg vom herkömmlichen Action-Kino stattfindet.

"Lawmen: Bass Reeves", Paramount+

Taylor Sheridan und der Wilde Westen - das passt einfach! Mit "Yellowstone" begründete der Serienproduzent eine Welle der Begeisterung für Neo-Western. Es hagelte nicht nur Auszeichnungen, seit der ersten Staffel der Erfolgsserie 2018 folgten auch einige Serien-Ableger, etwa "1883" und "1923". Auch wenn Sheridans neuester Streich nicht in direktem Zusammenhang mit der Dutton-Saga steht, ist sie doch ebenfalls im Wilden Westen angesiedelt.

Die neue Produktion "Lawmen: Bass Reeves", die am 5. November Deutschlandpremiere bei Paramount+ feiert, nimmt Bass Reeves, den ersten schwarzen US-Marshal westlich des Mississippi Rivers, ins Visier und erinnert an dessen Aufstieg aus der Sklaverei in den Polizeidienst. Neben Reeves' (David Oyelowo) Herausforderungen im Job thematisiert die Produktion auch moralische und seelische Probleme, mit denen der Gesetzeshüter zu kämpfen hatte.

Über 3,000 Verhaftungen soll Reeves in seiner Zeit als Polizist vollstreckt haben - und doch ist die Geschichte des Lone Rangers hierzulande weitgehend unbekannt. Anders als in den USA: Dort existieren über den Helden des Wilden Westens sogar Brettspiele, dazu wurde ihm ein Theaterstück gewidmet. Auch in der Serien- und Filmwelt fand Reeves des Öfteren Erwähnung oder tauchte als Nebenrolle auf. Nun ist ihm eine eigene Serie vergönnt, in der neben dem Emmy-Kandidaten Oyelowo auch Donald Sutherland und Dennis Quaid zu sehen sind.

"Robbie Williams", Netflix

Dank der Boyband Take That erlangte Robbie Williams Weltruhm, im Anschluss etablierte er sich als absoluter Weltstar. Hits wie "Let Me Entertain You", "Rock DJ" und "Angels" verhalfen ihm zum globalen Erfolg. Bis heute gehört er zu den bekanntesten Sängern unserer Zeit. Nun haben Fans die Möglichkeit, noch mehr von dem 49-Jährigen zu sehen: Er bekommt seine eigene Dokureihe bei Netflix.

Die vierteilige Produktion "Robbie Williams" steht ab 8. November zur Verfügung - passend zum 25-jährigen Bestehen seiner Solo-Karriere. Die Macher zeigen bisher unbekannte Archivaufnahmen und blicken auf die wichtigsten Stationen seines Werdegangs zurück. Schon der Trailer bereitet auf ein emotionales Auf und Ab vor. "Es ist erstaunlich, was in meinem Leben passiert ist. Aber die Vergangenheit lässt mich nicht los", lauten die Worte des Musikers im Clip. Auf das Leben zurückzublicken würde man nur "an Petrus' Himmelspforte" machen, stellt der Mega-Star fest.

Doch die Dokureihe dreht sich nicht nur um kreischenden Menschenmengen und Auszeichnungen: Williams spricht offen und ehrlich über seine persönlichen Tiefpunkte. "Ich hatte das Gefühl, mich immer mehr zu verlieren, bis ich mir selbst fremd wurde", gesteht er. "Im Rampenlicht kann man niemandem trauen." Als Regisseur der Dokureihe zeichnet Joe Pearlman verantwortlich, Oscar-Preisträger Asif Kapadia ("Amy", "Senna") ist im Hintergrund als Produzent involviert.

"Cocaine Bear", WOW

Die "wahre Geschichte" hinter der Tier-Horror-Groteske "Cocaine Bear" klingt ganz schön irre: 1985 warf ein Drogenschmuggler mehrere Päckchen Kokain über einem Wald im US-Bundesstaat Georgia ab. Ein Schwarzbär fand das Koks und zog es sich sozusagen rein - es gab hinterher eindeutige Spuren. Mit einer abgeworfenen Drogenladung beginnt auch die Handlung in "Cocaine Bear" (ab 3. November, WOW). Matthew Rhys spielt den Kurier Andrew C. Thornton II, der Ballast loswerden muss, weil das Flugzeug völlig überladen ist. Und unten wartet dann auch schon der Bär.

Der Bär und das Koks, das ist in diesem Fall eine fatale Kombination. Das weiße Pulver macht den wuchtigen Räuber aggressiv, und er will mehr von dem Zeug, immer mehr. Heißt dann auch: Wenn er im Wald zufällig auf jemanden trifft, der sich von oben bis unten mit Kokain eingepudert hat, wird der Kokainbär ihn zerfetzen und auffressen. Zu solchen unglücklichen Begegnungen kommt es dann auch. In dem Waldgebiet in Georgia laufen nämlich nicht nur Schulschwänzerinnen, besorgte Mütter und Park Ranger herum, sondern auch ein paar zweifelhafte Gestalten aus dem Drogenmilieu.

Neben Ray Liotta sind unter anderem Keri Russell, Alden Ehrenreich und Margo Martindale in "Cocaine Bear" zu sehen. Regie führte Hollywood-Star Elizabeth Banks nach einem Drehbuch von Jimmy Warden. Banks inszeniert "Cocaine Bear" mit viel schrägem Witz, die "wahre Geschichte" endete allerdings tragisch. Der echte Kokainbär wurde seinerzeit tot neben 40 geöffneten Koks-Päkchen gefunden. Heute steht das Tier ausgestopft in einem Einkaufszentrum in Kentucky.

"Mandy und die Mächte des Bösen", Prime Video

Eine Halloween-Party hat bei Mandy (Eli Riccardi) tiefe Wunden hinterlassen. Obwohl sie Ende 20 ist, lebt sie noch bei ihrer Mutter Tiffany (Rebecca Immanuel). Seit Jahren hat sie das Haus nicht verlassen, leidet unter Panikattacken. Geld verdient die 20-Jährige trotzdem, indem sie Trauernden vorgaukelt, mit Séancen Verbindung zu deren Liebsten aufbauen zu können.

Aus dem Schwindel wird in der Horror-Comedy "Mandy und die Mächte des Bösen" (ab 3. November, Prime Video) bedrohliche Realität, als Mandy der Geist ihrer Nachbarin Selcan (Bayan Layla) erscheint. Und sie hat eine besorgniserregende Botschaft für Mandy in petto: Dämonen terrorisieren die Nachbarschaft. Weil nur Mandy etwas dagegen tun kann und so ihre Liebsten schützen kann, muss die junge Frau über ihren eigenen Schatten springen und ihre Ängste überwinden. Eine wilde Jagd durch den Gebäudekomplex beginnt - inklusive einer Menge furchteinflößender Gestalten.

Das könnte dir auch gefallen