04.02.2026 von SWYRL/Stefan Weber
Er galt als einer der wichtigsten Figuren der Funk-Music: Billy Bass Nelson, der mit Parliament und Funkadelic Musikgeschichte schrieb, ist im Alter von 75 Jahren gestorben.
Billy Bass Nelson ist tot. Der Mitgründer und Bassist von Parliament/Funkadelic ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Das teilte die offizielle Facebook-Seite von George Clinton und der legendären Funk-Formation mit. "Wir haben nun die offizielle Bestätigung erhalten", hieß es dort.
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Weiter stand in dem Post: "Ruhe in Frieden und Funk, Billy Bass Nelson". Nelson, der mit bürgerlichem Namen William Nelson Jr. hieß, starb demnach bereits am Samstag, den 31. Januar. Eine Todesursache wurde nicht genannt. Die "New York Times" berichtete allerdings, der Musiker sei "in Hospizpflege" gewesen.
Nelson erfand den Bandnamen Funkadelic
Geboren 1951 in Plainfield im US-Bundesstaat New Jersey, lernte Nelson George Clinton bereits als Teenager kennen. Damals arbeitete er in dessen Friseursalon, wischte Böden und sang. Aus dieser Begegnung entstand später mehr als nur eine Freundschaft: Clinton gründete die Doo-Wop-Gruppe The Parliaments und holte Nelson in die Begleitband.
Nelson war es auch, der der Begleitband ihren späteren Namen Funkadelic gab. Zunächst feierten die Parliaments Erfolge unter ihrem ursprünglichen Namen. 1967 landete die Gruppe mit "(I Wanna) Testify" einen Hit. Noch im selben Jahr kam es zum Bruch mit dem Label, nach einem Streit über Rechte musste die Band unter neuem Namen anfangen: Aus den Parliaments wurde Funkadelic. Bis 1970 formierte sich daraus eine feste Band mit Nelson am Bass, Eddie Hazel an der Gitarre, Tiki Fulwood am Schlagzeug, Tawl Ross an der Gitarre und Mickey Atkins an den Keyboards.
Nelson prägte den Sound der frühen Jahre entscheidend. Auf den ersten drei Funkadelic-Alben "Funkadelic", "Free Your Mind ... And Your Ass Will Follow" und "Maggot Brain" war er nicht nur als Bassist, sondern in einzelnen Stücken auchh als Sänger zu hören. Trotz des Erfolgs kam es zum Zerwürfnis. Laut Clintons Website verließ Nelson die Band nach einem "finanziellen Streit".
Nelson: Vorbild für zahlreiche Bassisten
Nach seinem Ausstieg arbeitete Nelson unter anderem mit den Temptations zusammen. 1975 kam es zur kurzen Rückkehr: Auf dem Funkadelic-Album "Let's Take It To The Stage" wirkte er beim Song "Better By The Pound" mit. Bis zum Ende der 70er Jahre folgten weitere Beiträge auf Alben von Parliament und Funkadelic.
Auch außerhalb des P-Funk-Universums blieb Nelson gefragt. Er spielte mit den Commodores, Jermaine Jackson, Lionel Richie und Smokey Robinson. Laut Clintons Website bewunderten ihn auch Musiker jüngerer Generationen, darunter John Norwood Fisher von Fishbone und Flea von den Red Hot Chili Peppers. Zusätzlich war er auf Soloalben von P-Funk-Mitgliedern wie Eddie Hazel, Ruth Copeland oder Bernie Worrell zu hören.


