04.02.2026 von SWYRL/Gerd Hilber
Nachdem sich die kreativen Machtverhältnisse im "Star Wars"-Universum verschoben haben, dürften manche bereits angekündigte Projekte wackeln. Andere Filme und Serien haben dagegen bereits ein festes Startdatum. Ein Überblick.
Einst wurde sie von "Star Wars"-Schöpfer George Lucas persönlich wurde als Nachfolgerin bei LucasFilm ausgewählt und prägte mehr als 14 Jahre lang die Sci-Fi-Geschehnisse in einer "weit, weit entfernten Galaxie". Doch vollends überzeugen konnte Kathleen Kennedy die Fans nie - weder mit der Sequel-Filmtrilogie rund um die junge Jedi Rey noch mit Serien wie "The Acolyte", die trotz dreistelligem Millionen-Budget gnadenlos floppten. Anfang des Jahres trat Kennedy als Chefin ab, bleibt als Produzentin allerdings erhalten. An die kreative Spitze rückt indes ein anderer Lucas-Zögling, der mit Animationsserien wie "Star Wars: Rebels" und dem Space-Western "The Mandalorian" den "Krieg der Sterne" nachhaltig prägte: Dave Feloni.
Die Auswirkungen des Machtwechsels auf die bis dato ohnehin wackeligen Film- und Serien-Planungen sind noch nicht absehbar. Welche Projekte auf jeden Fall kommen, welche in der Schwebe sind und welche wie einst Han Solo auf Carbonit gelegt wurden, erfahren Sie hier.
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Diese "Star Wars"-Filme und -Serien kommen 2026
Das von Dave Feloni errichtete Serien-Imperium wird zunächst weiter ausgebaut: Bereits am 6. April startet mit "Star Wars: Maul - Shadow Lord" eine weitere Animationsserie auf Disney+, die sich vollends um Darth Maul rankt - jener gehörnte Sith, der erstmals in "Episode 1: Die dunkle Bedrohung" eingeführt wurde und auf wundersame Weise den Kampf gegen Obi Wan Kenobi überlebt hat. Weitere Auftritte in "The Clone Wars", "Rebels" und im Kinofilm "Solo: A Star Wars Story" folgten bereits. Nun wird in zehn Folgen von seinem Aufstieg zum Boss des Verbrechersyndikats Crimson Dawn im Schatten des Imperiums erzählt.
Am 20. Mai 2026 folgt "The Mandalorian & Grogu" - die Kino-Fortsetzung von Dave Felonis Serien-Hit "The Mandalorian" mit Pedro Pascal als interstellarem Kopfgeldjäger und einem kleinen grünen Wesen, das rein optisch seinem Spitznamen "Baby-Yoda" gerecht wird. Ein erster, wenig spektakulärer Trailer ließ die Fans jedoch recht ratlos zurück: Böse Zungen behaupten seitdem, es würde sich nur um eine auf Spielfilmlänge reduzierte vierte Staffel der Erfolgsserie handeln.
"Coming Soon in 2026": Unter diesem sehr vagen Begriff führt Disney+ die zweite Staffel von "Star Wars: Ahsoka" mit der gleichnamigen Jedi-Kriegerin (Rosario Dawson), die ihren ersten Auftritt als Anakin Skywalkers Padawan im Animationsfilm "The Clone Wars" (2008) hatte, später dann zu einer Schlüsselfigur in der Animationsreihe "Star Wars: Rebels" (2014-2018) wurde und nach einem Real-Auftritt in der zweiten "Mandalorian"-Staffel schließlich 2023 ihre eigene Serie bekam. Die ersten achten Folgen waren zeitlich nach dem Fall des Imperiums in "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" angesiedelt, griffen einen Erzählstrang von Felonis Animationsserie "Rebels" auf und endeten für die Jedi-Meisterin gar in einem Bereich fernab der "weit, weit entfernten Galaxie". Dem blauhäutigen Bösewicht Admiral Thrawn (Lars Mikkelsen) gelang es dabei, sein Exil zu verlassen, in das ihn "Rebels"-Held Ezra verbannt hatte. Auf geteilte Meinung bei den Fans stieß der Umstand, dass neben der Macht nun auch dunkle Magie samt untoter Sturmtruppler Einzug ins "Star Wars"-Universum hielt.
Diese Filme und Serien sind 2027 geplant
Bereits seit August 2025 laufen die Dreharbeiten für "Star Wars: Starfighter". Es soll der erste Film einer neuen Ära der "New Jedi" und nach den Ereignissen von "Episode 9: Der Aufstieg Skywalkers" angesiedelt sein. "Deadpool & Wolverine"-Regisseur Shawn Levy machte aber bereits klar, dass der Film für sich alleine stehen, "visuell Neuland betreten und ein viszerales, kinetisches Erlebnis" liefern werde - was auch immer er damit genau meint. Im Mittelpunkt von "Starfighter": ein machtbegabtes Kind (Flynn Gray), das von finsteren Kräften gejagt wird. Hollywood-Superstar Ryan Gosling spielt den schützenden Onkel. Weitere Darsteller und Darstellerinen: Amy Adams, Mia Goth, Matt Smith und Aaron Pierre. "Starfighter" soll am 26. Mai 2027 in die Kinos kommen - ein erster Trailer wird bei der D23-Messe im August 2026 erwartet.
Dave Feloni plant derweil weiter sein großes kulminierendes Projekt im "Mandoverse", das die einzelnen Storyfäden von Serien wie "Ahsoka", "Skeleton Crew", "Das Buch von Boba Fett" und "The Mandalorian" zusammenführt. Wann das kommen soll, ist allerdings noch völlig unklar und dürfte maßgeblich vom Kinoerfolg des Mandalorianers abhängen.
Die Wackelkandidaten
Es gibt allerdings auch zahlreiche Projekte, die bereits angekündigt wurden, aber durch den Machtwechsel an der Spitze von LucasFilm auf der Kippe stehen könnten:
Nach dem Abschluss der letzten Trilogie mit "Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers" (2019), nun zu sehen bei ProSieben (Mittwoch, 4. Februar, 20.15 Uhr), sollte Regisseurin Sharmeen Obaid-Chinoy ("Ms. Marvel") die Geschichte von Rey Skywalker (Daisy Ridley) fortsetzen und ihre Bemühungen zeigen, einen neuen Jedi-Orden zu gründen. Erstmals angekündigt wurde das Projekt 2023 auf der Star Wars Celebration-Messe, hat seitdem aber bereits drei Drehbuchautoren verschlissen. Immerhin die Hauptdarstellerin Daisy Ridley zeigt sich nach all den Rückschlägen noch vorsichtig optimistisch: "Ich bin mir sicher, dass wir eine wunderbare Geschichte erzählen werden. Ich denke, dass sich das Warten lohnen wird. Ich denke, dass wir auf eine Art Erkundungsreise gehen, wo Rey mittlerweile angekommen ist und wer sie mittlerweile ist - wie es eigentlich bei so gut wie allen Rollen der Fall ist", sagte sie in einem Interview mit "ComicBook".
Unklar ist auch noch, worum es in einer "Star Wars"-Trilogie von Autor und Regisseur Simon Kinberg ("Deadpool") gehen wird. Er hatte von Kennedy den Auftrag erhalten, mit den Episoden 10, 11 und 12 eine neue Geschichte mit neuen Figuren zu erschaffen und damit das "Star Wars"-Universum neu zu beleben. Man muss jedoch einräumen: Versuche einer neuen Trilogie gab es schon einige - sowohl von den "Game of Thrones"-Schöpfern David Benioff und D. B. Weiss als auch von Rian Johnson. Aus beiden Großprojekten wurde bislang nichts.
James Mangold, der auch der populären Lucasfilm-Reihe "Indiana Jones und das Rad des Schicksals" zu einem würdigen, wenngleich nicht sonderlich erfolgreichen Abschied verhalf, arbeitet wiederum an einem Film über die allersten Jedi und die Entstehung der Macht. Die Story von "Dawn of the Jedi" (Arbeitstitel) spielt rund 25.000 Jahre vor den Ereignissen der Skywalker-Saga. Wann die Reise in die "Star Wars"-Vergangenheit starten soll, ist aktuell völlig unklar. Seit der Ankündigung des Projekts gibt es kaum Neuigkeiten.
Schlecht scheint es dagegen um die zumindest mal angedachten "Star Wars"-Filme von Taika Waititi sowie um das "Lando"-Projekt rund um den Space-Haudegen und Han-Solo-Kumpel Lando Calrissian zu stehen. Auch mit einem Comeback von Ben Solo beziehungsweise Kylo Ren konnte sich Disney offenbar nicht anfreunden: Hauptdarsteller Adam Driver hatte zwei Jahre Arbeit in eine mögliche Fortsetzung gesteckt, mit Steven Soderbergh ("Ocean's Eleven") einen Top-Regisseur an der Angel und sogar schon das Applaus von Kathleen Kennedy und Dave Filoni bekommen - ehe die Disney-Chefs Bob Iger und Alan Bergman ihren Daumen senkten: "Sie konnten nicht verstehen, wie Ben Solo noch am Leben sein könnte", so Driver enttäuscht im Nachgang. Dabei handelte es sich um "einen der coolsten Skriptentwürfe", an denen er jemals beteiligt war.



