Räuberische Rippenqaulle

Invasive Quallenart wird zum Problem für Venedig: Welche Gefahr geht von der Meerwalnuss aus?

30.01.2026 von SWYRL

Das Ökosystem in der Lagune von Venedig wird durch eine invasive Quallenart gefährdet, die schon im Schwarzen Meer für eine ökologische Katastrophe gesorgt hat. Darum ist die Meerwalnuss so gefährlich.

Sie verstopft die Netze der Fischer und bedroht das Ökosystem in der Lagune von Venedig - die Meerwalnuss, eine invasive Quallenart. Ihren ursprünglichen Lebensraum hat sie in den Gewässern vor den Küsten Nord- und Südamerikas, in der Adria breitet sie sich schon seit längerem aus. Wie "t-online.de" berichtet, warnen jetzt italienische Forscher vor den Auswirkungen des Ausbruchs auf das gesamte Ökosystem der Lagune von Venedig.

Abonniere doch jetzt unseren Newsletter.

Abonniere doch jetzt unseren Newsletter
Mit Anklicken des Anmeldebuttons willige ich ein, dass mir die teleschau GmbH den von mir ausgewählten Newsletter per E-Mail zusenden darf. Ich habe die Datenschutzerklärung gelesen und kann den Newsletter jederzeit kostenlos abbestellen.

Das macht die Meerwalnuss so gefährlich

Die Mnemiopsis leidyi, so die wissenschaftliche Bezeichnung der Meerwalnuss, ist zwar nicht giftig und damit vollkommen ungefährlich für den Menschen, kann jedoch bis zu 10.000 Eier pro Tag legen. Bei den Tieren handelt es sich um Hermaphroditen: Sie benötigen also keine Partner zur Fortpflanzung. Dadurch können sie sich rasend schnell vermehren. Zudem hat die Meerwalnuss so gut wie keine Fressfeinde. Im Schwarzen Meer sorgte sie Ende der 80er-Jahre für eine ökologische Katastrophe. Laut der Deutschen Stiftung Meeresschutz erreichte die Quallenart dort eine Gesamtmasse von einer Milliarde Tonnen. Das führte dazu, dass sich viele Fischbestände zurückentwickelten.

Denn die Meerwalnuss ernährt sich von kleinen Krebstierchen, die auch eine Nahrungsquelle von Fischlarven sind, was sie zum direkten Nahrungskonkurrenten macht. Zudem frisst sie auch die Eier und Larven von Fischen. Fehlen die Krebstierchen, die sich von Mikroalgen ernähren, können sich diese übermäßig vermehren. Das führt dazu, dass diese Algen dem Wasser Sauerstoff entziehen, wenn sie zu Boden sinken und von Mikroorganismen zersetzt werden. Dadurch werden Sauerstoffmangelzonen im Wasser gefördert, ein Problem für ganze Ökosysteme.

Quallenblütte zweimal pro Jahr in Venedig

Eine ökologische Katastrophe muss Venedig noch nicht fürchten. Doch auch hier beobachten die italienischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Universität von Padua und des Nationalen Instituts für Ozeanografie eine regelrechte Quallenblüte. Dazu kommt es im späten Frühjahr und im Spätsommer, wenn Wassertemperaturen und Salzgehalt günstig sind. Seit zwei Jahren ist die Ausbreitung der Quallenart unter Beobachtung der Forscherinnen und Forscher, die nun eine bessere Überwachung fordern.

Das könnte dir auch gefallen


Trending auf SWYRL