Bares für Rares
Erinnerungen an die Kindheit können einen ein Leben lang beschäftigen. In der Donnerstagsfolge seiner Kultsendung verriet Horst Lichter, dass er als Kind beim Spielen selten vom Glück verfolgt war. "Ich war nie der große Gewinner." Ob das wohl noch heute so ist?
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Vergessen schien das alte Pech. Gesellschaftsspiele hatten es Lichter nach wie vor angetan. Umso größer war die Freude, als ein echter Klassiker den Weg ins Studio fand: Ein historisches Monopoly stand zum Verkauf.
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Nicht nur der Gastgeber war sofort elektrisiert, auch Experte Sven Deutschmanek geriet in Spiellaune. Schnell war eine Partie verabredet. "Ich bring Essen mit", kündigte der TV-Koch begeistert an. Deutschmanek wollte sich ums Geld kümmern.
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Nun aber zum eigentlichen Geschäft: Einen Geldsegen sollte es für die aktuellen Besitzer des Spiels geben. Das Ehepaar hatte das Monopoly einst für 20 Euro auf einem Flohmarkt erstanden.
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Der Fachmann sparte nicht mit Superlativen: "Monopoly ist das bekannteste Brettspiel der Welt, millionenfach verkauft." Weniger geläufig sei allerdings seine Entstehungsgeschichte. Ursprünglich sollte es auf soziale Missstände bei Grundstücksbesitzern und Händlern aufmerksam machen.
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Erfunden hatte es ein arbeitsloser Heizungsinstallateur. Nach Deutschland gelangte das Spiel über die Nürnberger Firma Schmidt Spiele. Das Kürzel F.S.N. stand für Franz Schmidt Nürnberg.
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Das eigentliche Highlight: Das vorliegende Exemplar stammte aus dem Jahr 1936 und war die allererste deutsche Auflage des Spiels.
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So viel Geschichte nötigte Horst Lichter Respekt ab. Er forderte kurzerhand eine Schweigeminute, denn: "Es wird wahrscheinlich teuer." Sven Deutschmanek bremste ihn jedoch: "Warte doch erstmal ab!"
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Da einige Spielfiguren und (Reichsmark!)-Scheine fehlten und der Deckel deutliche Risse zeigte, blieb die Expertise deutlich unter der Hoffnung: Statt des Wunschpreises von 300 Euro standen 100 bis 150 Euro im Raum.
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Als das Ehepaar zum Händlerraum aufgebrochen war, bekannte Lichter offen: "Ich hab gedacht 3.000." Weit verfehlt. Ob die Händler mehr Glück hatten?
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"Du kommst aus dem Gefängnis frei." Eine Karte, die sich Walter "Waldi" Lehnertz (Mitte) sofort sicherte. Man konnte ja nie wissen.
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Am Ende wechselte gleich das komplette, rund 90 Jahre alte Spiel den Besitzer. Waldi zahlte 100 Euro.
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Lisa Nüdling (zweite von links) gönnte ihm den Deal und witzelte: "Das ist doch jetzt billiger als jede Kaution, die du zahlen musst."
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Zum Ausklang setzten die Produzenten noch einen drauf: Blaulicht flackerte, Horst hörte bereits das Martinshorn. "Die Polizei steht draußen und hat nach dir gefragt." Waldi blieb gelassen: "Das ist kein Problem. Ich habe doch meine Gefängnisfreikarte."
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"Kannst du dir vorstellen, dass es Zeiten gab, wo das die große Unterhaltung war?", fragte Horst Lichter beim nächsten Objekt ungläubig den Experten Deutschmanek. "Damals war das wahrscheinlich was ganz Tolles."
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Bei einer Haushaltsauflösung war so manches Relikt ans Licht gekommen - darunter dieses Gerät zur räumlichen Bildbetrachtung. Der stereoskopische Betrachter stammte vermutlich aus den Jahren 1910 bis 1920 und brachte 27 Motive mit.
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Der Schätzwert lag bei 30 bis 50 Euro. Händler Jos van Katwijk legte 80 Euro auf den Tisch.
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"Döschen, Kartönchen" und all das tat es Horst Lichter an. Das elegante Stück aus den 1920er-Jahren mit Windhund auf dem Deckel entpuppte sich als Humidor.
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Ob für die Zigarrendose aus 800er-Silber 700 bis 750 Euro drin waren? Im Händlerraum wurde es spannend und Julian Schmitz-Avila (rechts) schnappte sich das gute Stück letztlich für glatte 1.000 Euro.
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Aus Weißgold gefertigt war der Ring, der anschließend unter den Hammer kam. Das Erbstück mit seinem leuchtend königsblauen Saphir war auf 900 bis 1.100 Euro taxiert.
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Ringe in Schiffchenform waren um 1900 äußerst beliebt. Und offenbar auch heute noch. Zwar erreichten die Gebote nicht die Expertise, doch nach zähen Verhandlungen fand das Schmuckstück für 650 Euro in Lisa Nüdling eine neue Besitzerin.
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Zum Abschluss der Sendung suchten zwei großformatige Gemälde ein neues Zuhause. Verkäufer Fabio, Hausmeister an einer Ausbildungsschule, hatte die Werke im Keller entdeckt. Nach Kontaktaufnahme mit dem Künstler bekam er sie geschenkt.
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Der 1996 geborene Autodidakt Johannes Ehemann hatte seine Karriere einst als Profi-Eishockeyspieler bei den Eisbären Berlin begonnen. Doch die Kunst hatte es ihm angetan. Seine Werke aus den Jahren 2017 und 2018 wurden gemeinsam auf 1.200 bis 1.400 Euro geschätzt.
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Nachdem Fabio im Händlerraum für Aufklärung gesorgt hatte, wer der junge Mann hinter den Bildern war, zeigte sich Waldi begeistert - und zahlte 1.000 Euro.
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