Experten rätseln

Vogelzählung: Zahl der Spatzen in Deutschland massiv gesunken

30.01.2026 von SWYRL

Bei der diesjährigen Mitmachaktion "Die Stunde der Wintervögel" des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) wurden so wenig Vögel gezählt wie noch nie. Vor allem die Spatzen blieben in diesem Jahr aus.

Bei der diesjährigen Mitmach-Aktion "Stunde der Wintervögel", zu welcher der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bereits zum 16. Mal aufgerufen hat, wurden so wenig Vögel gesichtet wie nie zuvor. Im Schnitt wurden nur 32 Vögel pro Garten gezählt. Damit erreicht der Negativtrend einen neuen Tiefststand. Gegenüber dem Vorjahr ist das ein Rückgang von 2,1 Prozent. 2011 zählte die Aktion im Schnitt noch 45,8 Vögel pro Garten.

Besonders auffällig ist, dass in diesem Jahr ein massiver Rückgang bei Spatzenarten wie etwa Haussperlingen und Feldsperlingen beobachtet wurde. Obwohl die Spatzen immer noch zu den am häufigsten gesichteten Vogelarten zählen, reihen sich laut NABU jetzt auch solche häufig vorkommende Arten in den Schwund der Vogelbestände ein.

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Massiver Spatzen-Rückgang

Am Aktionswochenende vom 9. bis zum 11. Januar machten rund 145.000 Menschen bei der Wintervogelzählung mit. Insgesamt wurden über 3,27 Millionen Vögel in mehr als 102.000 Gärten und Parks beobachtet. In diesem Jahr beteiligten sich laut NABU rund 20 Prozent mehr Menschen als 2025. Zurückzuführen sei dies auf die winterliche Witterung.

Obwohl mehr Menschen an der Aktion teilnahmen, wurden durchschnittlich weniger Vögel gezählt. Alarmierend ist, dass bundesweit 15 Prozent weniger Haussperlinge und zehn Prozent weniger Feldsperlinge gezählt wurden. Regional fiel der Rückgang teilweise noch größer aus. In der einstigen Spatzenhauptstadt Berlin waren es etwa 30 Prozent weniger Feldsperlinge und 45 Prozent weniger Haussperlinge. Expertinnen und Experten können über die Gründe nur mutmaßen. "Wo all die Spatzen hin sind, müssen wir nun genauer untersuchen", sagt NABU-Naturschutzexperte Julian Heiermann. "Klar ist, dass Brutplatz- und Nahrungsmangel seit Jahren ein Problem für die beiden Arten sind. In Berlin könnten ungünstige Witterungsbedingungen in diesem Jahr den Rückgang verstärkt haben."

Auch in anderen Großstädten wie München oder Köln werden große Spatzenpopulationen seltener. Meist sind diese nur auf wenige "Spatzeninsel" in bestimmten Stadtgebieten beschränkt. Ein Grund für den Schwund ist, dass durch Gebäudesanierungen und Bauvorhaben immer mehr Nistplätze der Kulturfolger verloren gehen. Flächenversiegelung und naturferne Pflege von Grünflächen sorgen für einen Mangel an Insekten, auf die der Haussperling angewiesen ist, um seinen Nachwuchs aufzuziehen.

Einige Vogelarten legten zu

Erfreulich ist jedoch, dass auch Zuwächse bei Vogelarten festgestellt werden konnten. So wurden Kohlmeisen, Blaumeisen, Amseln, Buchfinken und Rotkehlchen in einigen Regionen öfter gezählt als noch im Vorjahr. Auch Schwanzmeisen, Goldammern und Zaunkönige konnten öfter beobachtet werden.

Zu den am häufigsten gesichteten Vögeln zählten Haussperlinge, Kohlmeisen, Blaumeisen, Amseln und Feldsperlinge. Darüber hinaus wurden dem NABU auch interessante Einzelsichtungen gemeldet, so wie etwa einige Mönchsgrasmücken, welche den Winter eher in Südeuropa und Nordafrika verbringen. Auch ein Wiedehopf wurde gezählt. Diese Art überwintert ebenfalls eigentlich lieber in wärmeren Gefilden.

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