28.08.2025 von SWYRL/Andreas Fischer
In der gnadenlosen Satire "Mountainhead" (ab 30. August bei Sky und WOW) stellen vier Tech-Milliardäre die Apokalypse auf Autopilot und teilen bei Häppchen und Champagner unter sich auf, was von der Welt übrig bleibt.
Vier ultrareiche Tech-Milliardäre verschanzen sich in einer unverschämt geschmacklosen Luxusvilla und philosophieren schulterzuckend darüber, wie sie die Welt übernehmen könnten, die dank ihrer Technik gerade in Schutt und Asche gelegt wird: Eigentlich ist der neue Film von "Succession"-Macher Jesse Armstrong eine Satire. Witzig ist "Mountainhead" (ab 30. August bei Sky und WOW) aber nicht, eher eine bittere Ansammlung von Absurditäten und Grausamkeiten, mit Anleihen, die man aus den täglichen (echten) Nachrichten kennt.
Klar, man kann lachen, wenn die eitlen Gockel auf dem Berg ihren Tech-Sprech zelebrieren. In den von Steve Carrell, Jason Schwartzman, Ramy Youssef und Cory Michael Smith gespielten Karikaturen lässt sich schließlich durchaus reales Silicon Valley- Personal wiedererkennen.
Doch eigentlich ist es beängstigend, wie die Zukunft in "Mountainhead" Realität geworden ist. Mit KI-Tools und Social Media lassen sich kinderleicht Deepfakes-Videos erstellen, die in der realen Welt zu unfassbaren Grausamkeiten führen. Und die feinen Herren? Haben nichts Besseres zu tun, als ihre Eitelkeiten zu pflegen. Weil er der einzige Nicht-Milliardär ist und nur 521 Millionen US-Dollar besitzt, wird Hugo Van Yalk (Jason Schwartzman) von seinen Freunden "Soup" genannt - in Anlehnung an eine "Suppenküche". So "witzig" geht's zu in diesem Retreat der Superreichen.
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Warnung mit satirischer Schärfe
Wie in seiner Erfolgsserie "Succession" entlarvt Jesse Armstrong in "Mountainhead" mit scharfem Humor, gnadenloser Satire und meisterhaften Dialogen den Wahnsinn der Superreichen. Der Unterschied zur Serie ist allerdings ein verschreckender Bezug zur Realität. Was hier an Machtgebaren und Niedertracht gezeigt wird, ließ und lässt sich täglich beobachten. Insofern kann die scharfzüngige Satire als Warnung verstanden werden, und genau das will sie auch.
Dass sich die Tech-Milliardäre im Film irgendwann gegenseitig handfest an die Gurgel gehen, ist eine schöne Pointe. Die wird allerdings ganz zum Schluss noch getoppt: von der unfassbaren Gleichgültigkeit aller Beteiligten und der Ankündigung einer neuen Runde Machtspiele.