01.03.2026 von SWYRL/Simone Deckner
Mischling Elvis wurde in Spanien einfach entsorgt. Seit fünf Jahren wartet er im Tierheim auf eine neue Chance. Dann sieht ein Paar aus Rüsselsheim Martin Rütters Aufruf für den elfjährigen Mischling im Netz. Aber ist ihnen klar, wie viel Arbeit der "Unvermittelbare" bedeutet?
Seit fünf Jahren schon wartet der Mischling Elvis im Tierheim Lüdinghausen auf eine Chance. Doch bisher hat sich niemand an den "Unvermittelbaren" herangetraut. Das Problem: Der hübsche Rüde hat eine schwierige Vergangenheit. In Spanien wurde er als Jagdhund auf einem Hof gehalten, auch an Jäger ausgeliehen. Als man ihn nicht mehr brauchte, wurde er einfach entsorgt.
In Deutschland zeigt Elvis Futteraggressivität. Schon zweimal hat er Menschen gebissen, die ihm etwas wegnehmen wollten. Hinzu kommen mehrere gesundheitliche Baustellen bei dem Vierbeiner: Er hat Herzprobleme und Allergien, benötigt dafür regelmäßig Medikamente.
Trotz dieser Herausforderungen möchte ein Paar aus Rüsselsheim dem scheuen Rüden eine Chance auf ein liebevolles Zuhause geben. Kerstin hat Martin Rütters Aufruf auf Instagram für den "Unvermittelbaren" gesehen und sich schockverliebt. Nachdem auch ihr Mann grünes Licht gegeben hatte, schickten sie die Bewerbung los. Das Paar hat Hunde-Erfahrung. Sie sorgten jahrelang für ihren Hund Cooper, der zuletzt taub und blind war, dennoch stolze 16 Jahre alt wurde. Kerstin vermisst seit seinem Tod das fröhliche Getrappel: "Die Wohnung ist irgendwie leer", sagt sie traurig.
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"Das ist eine Riesenchance für Elvis"
Antonello erklärt, er habe immer sehr vorausschauend sein müssen mit dem blinden Hund. Vorausschauend zu sein, ist die Voraussetzung, um Elvis Sicherheit zu geben, betont Martin Rütter: "Ich muss die Umwelt scannen, ich muss gucken, schafft er diese Situation, ist das eine Überforderung, besteht da ein Risiko, dass er nach vorne schießt?", sagt der "Hundeprofi". Er ist vorsichtig optimistisch: "Das ist eine Riesenchance für Elvis. Es wäre wirklich super, wenn das klappt."
Beim Kennenlernen im Tierheim ist Hundetrainer Marcel Wunderlich aus Martins Rütters Team dabei. Er gibt hilfreiche Tipps für einen entspannten Start im neuen Zuhause. Martin Rütter ist noch skeptisch: "Elvis ist nicht entspannt. Der beobachtet das alles sehr genau", kommentiert er die Situation.
Doch dann beschnuppert er Kerstin und Antonello neugierig und lässt sich kurze Zeit später bereits streicheln: "Wir sind auf einem guten Weg", freut sich Elvis' engste Bezugsperson, Tierpflegerin Laura sichtlich. Kerstin schießen die Tränen in die Augen: "Da sind Schmetterlinge im Bauch. Es ist sogar besser, als ich es mir vorgestellt habe", freut sie sich.
Martin Rütter: "Hoffe, die Euphorie bleibt!"
Doch bei aller Euphorie: Marcel erinnert an die zwei großen Baustellen des elfjährigen Mischlings, seine gesundheitlichen Probleme und seine Futteraggression draußen. "Da würde er wirklich auch beißen, wenn man ihm das aus dem Maul nehmen würde", warnt auch Laura das Paar eindringlich. Marcel empfiehlt, dass Elvis zunächst einen Maulkorb tragen sollten - auch drinnen. Erst, wenn sich alle gut kennengelernt haben, könne der abgelegt werden. Martin Rütter hofft, dass diese Worte Gehör finden: "Das wird sicherlich viel Arbeit, ich hoffe, die Euphorie bleibt", so Rütter,
Dann ist der große Tag gekommen: Laura fährt ihren Schützling, den sie fünf Jahre lang betreut hat, in sein neues Zuhause. Der Abschied fällt ihr sichtlich schwer: "Du benimmst dich, ne?", sagt sie und knuddelt Elvis ein letztes Mal. Martin Rütter leidet mit: "Ja, der Verstand sagt: Es ist für den Hund das Beste. Und das Gefühl sagt: Ich werde den vermissen." Laura hat Tränen in den Augen, als sie sagt: "Ich hoffe, das Elvis ein Ansporn für viele ist, die Hoffnung nicht aufzugeben, dass da draußen für jeden Hund irgendwo der richtige Mensch ist - auch wenn es fünf Jahre dauert."
RTL zeigt die neuen Folgen von "Die Unvermittelbaren" immer sonntags um 19.05 und vorab bei RTL+ im kostenpflichtigen Stream.



