01.03.2026 von SWYRL/Jasmin Herzog
Sieben Oscars gab's 1991 für Kevin Costners Regiedebüt: ARTE lässt den heute 71-jährigen Hollywoodstar einmal mehr mit den Wölfen tanzen. Das dreistündige Epos war der Beginn seiner lebenslangen Beschäftigung mit dem Wilden Westen.
Es ist der größte Erfolg seiner Karriere: Mit dem Western-Abenteuer "Der mit dem Wolf tanzt" schuf Kevin Costner 1991 einen modernen Klassiker. Der Hollywood-Star, der Regie führte und die Hauptrolle übernahm, räumte mit blutrünstigen Rothaut-Klischees auf und zeigte, dass der Western alles andere als tot war. Er vermengte in seinem dreistündigen Epos die wichtigsten Motive des Genres zu einer harmonischen Einheit: die Eroberung des US-amerikanischen Westens, der Konflikt der Siedler mit den Native Americans und die Konfrontation des Menschen mit der Natur. Costners meisterhaftes Regiedebüt, das ARTE am Sonntag, 1. März um 20.15 Uhr wiederholt, wurde mit sieben Oscars ausgezeichnet, unter anderem als bester Film. Für den Schauspieler und Regisseur war es der Auftakt einer intensiven Beschäftigung mit dem Wilden Westen, die bis heute anhält.
"Der mit dem Wolf tanzt" hatte für Costner eine tiefe Bedeutung: Die Geschichte eines Offiziers der Nordstaaten, der sich in der Wildnis der Prärie mit den Natives anfreundet und letztendlich die Seite wechselt, war sein ernsthafter Versuch, den Ureinwohnern späte Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Im Gegensatz zu den bis dahin bekannten Western, in denen sich farbenfroh geschminkte Statisten als brutale Rothäute tummelten, besetzte Costner die Mehrzahl der Rollen mit Nachfahren der nordamerikanischen Ureinwohner. Sie verkörpern ihre eigene Kultur und Tradition. Die Dialoge in der heute nahezu ausgestorbenen Lakota-Sprache wurden mit Untertiteln versehen.
Dazu zeigt der Regisseur immer wieder wunderschöne Aufnahmen der unberührten Prärie Süddakotas, die dem Zuschauer neben der überzeugend erzählten Handlung einmal mehr vor Augen führen, um welche Reichtümer die Native Americans betrogen wurden.
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Costner als Soldat
Kevin Costner übernahm die Rolle des Leutnant John J. Dunbar, der sich nach einer Heldentat während des amerikanischen Bürgerkrieges den Ort seiner nächsten Versetzung auswählen darf. Er entscheidet sich für einen entlegenen Stützpunkt fernab der weißen Zivilisation. Noch ahnt er nicht, dass er ununterbrochen von misstrauischen Ureinwohnern beobachtet wird.
Nach einer ersten amüsanten Konfrontation Dunbars mit seinen "stillen Leibwächtern" entwickelt sich ganz allmählich eine herzliche Freundschaft zwischen den Ureinwohnern des Landes und ihm. Schließlich wird der weiße Soldat, dem die Natives den Namen "Der mit dem Wolf tanzt" geben, zu einem Mitglied des Stammes. Doch schon bald wird die Idylle von der US-Armee gestört. Das Ende ist untypisch für Hollywoods Schönmalerei, aber durchaus realistisch.
Doku über den Wilden Westen
Der sogenannte "Wilde Westen" ließ Kevin Costner seit seinem Regiedebüt nicht mehr los: Während er in der epischen Neo-Western-Serie "Yellowstone" einen Rancher in der noch immer rauen Gegenwart der weiten Plains spielt, erfüllte er sich mit "Horizon" seinen Traum einer mehrteiligen Western-Saga über die Pionierzeit im 19. Jahrhundert. 2024 legte er den ersten Teil einer vier Filme umfassenden Reihe vor, in die er viel eigenes Geld investiert hat. Der zweite Teil, der ursprünglich im Frühling 2025 in die Kinos kommen sollte, wurde derweil auf unbestimmte Zeit verschoben.
Die spannende und immer wieder neu interpretierte Geschichte des Wilden Westens beleuchtet Costner auch in seiner Doku-Serie "Kevin Costner's The West" (verfügbar im Stream bei WOW sowie über History Play bei Amazon und YouTube). In acht einstündigen Episoden erzählt die Reihe vom harten Kampf um Macht und Land sowie den wichtigsten Persönlichkeiten jener Zeit. Kevin Costner, der das Format koproduzierte, gibt dabei den Moderator und Erzähler.



