Vicky Krieps in "Father Mother Sister Brother"

"Ich habe keine Disziplin": Diese Deutsche erobert gerade Hollywood

25.02.2026 von SWYRL

Vor beinahe 20 Jahren stand Vicky Krieps das erste Mal vor der Kamera und glaubte noch nicht so recht an ihren Erfolg. Inzwischen hat sie sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA einen Namen gemacht.

In der Tragikkomödie "Father Mother Sister Brother", die am Donnerstag, 26. Februar, in die deutschen Kinos kommt, spielt Vicky Krieps an der Seite von Hollywood-Stars wie Cate Blanchett oder Adam Driver - dabei gehört sie mittlerweile selbst dazu. Die luxemburgisch-deutsche Schauspielerin machte sich mit nationalen wie internationalen Produktionen einen Namen. Sie begeisterte etwa in "Der seidene Faden" (2017) neben Daniel Day-Lewis oder als Widerstandskämpferin in der deutschen Erfolgsserie "Das Boot" (2018-2023).

Erste Schauspielerfahrungen sammelte die 1983 in Hesperingen geborene Tochter einer Deutschen und eines Luxemburgers in ihrem Geburtsland. Sie sei schon früh selbstständig gewesen, erzählte sie kürzlich dem britischen "AnOther Magazine" von ihrer Kindheit in Luxemburg. Gleichzeitig "war ich immer in meiner eigenen Welt und träumte von etwas anderem" - das sei auch heute noch so.

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Vicky Krieps ist "das totale Chaos"

Von einer Schauspielkarriere traute sich Krieps zunächst nicht zu träumen: "Niemand Berühmtes kommt aus Luxemburg. Ich war sehr schüchtern und dachte nicht, dass ich das Mädchen sei, das man in einen Film steckt." Trotzdem begann sie in Zürich ein Schauspielstudium und war nach ihrem Abschluss unter anderem in der ersten Folge des Frankfurter "Tatorts" (2011) oder Roland Emmerichs "Anonymus" (2011) zu sehen.

Doch erst mit "Das Zimmermädchen Lynn" (2014) habe sie sich das erste Mal erlaubt zu denken: "Ich bin eine Schauspielerin", wie sie 2018 in einem Interview mit dem US-Magazin "Variety" erklärte. Über ihre Art zu arbeiten sprach sie offen in "AnOther Magazin": "Ich habe keine Disziplin, ich bin das totale Chaos." Doch eine Sache war ihr stets wichtig: "Ich frage mich immer: 'Würde eine Frau das wirklich sagen?'"

"Manchmal breche ich zusammen und heule"

Noch bevor Krieps, die vier Sprachen spricht, sich als Schauspielerin durchsetzte, wurde sie das erste Mal Mutter. "Jemand sagte mir, dass meine Karriere vorbei wäre, wenn ich ein Kind bekäme - ich war 25 und wollte ihnen das Gegenteil beweisen", erinnert sie sich an die Zeit nach der Geburt ihrer Tochter Elise. "Aber entweder hatte ich Glück oder Talent, denn wenn ich zu einem Casting ging, bekam ich normalerweise die Rolle." Inzwischen steht auch die 15-jährige Tochter vor der Kamera: Sie spielte 2025 im deutschen Spielfilm "Karla" die gleichnamige Hauptrolle.

Krieps Sohn kam 2015 zur Welt, doch ihre Beziehung mit dem Vater der Kinder, dem Schauspieler Jonas Laux ("SOKO Wismar"), hielt nicht an. In einem Interview mit "Bild" gestand die 42-Jährige 2023, wie schwer ihr das Leben als Alleinerziehende teilweise fiel: "Manchmal breche ich zusammen und heule." Im selben Jahr lernte Krieps am Set von "Hot Milk" den griechischen Produktionsassistenten Lazaros Gounaridis kennen, den sie im Mai 2025 in dessen Heimat heiratete.

Durchbruch mit "Der seidene Faden" (2017)

Der internationale Durchbruch gelang Krieps 2017 mit dem Oscar-nominierten Film "Der seidene Faden" von Regisseur Paul Thomas Anderson. Dabei sei sie zunächst gar nicht im Gespräch für die weibliche Hauptrolle gewesen, wie sie sagt. "So viele berühmte Leute haben entweder berühmte oder reiche Eltern oder eine Modelkarriere. Ich weiß noch, dass ich echt niedergeschlagen war. Ich dachte, es muss doch wahr sein, dass man mit der eigenen Kunst Karriere machen kann. Ich wurde ausgelacht und mir wurde gesagt, ich sei naiv", erinnert sie sich.

Allerdings hatte auch sie einen Fuß in der Filmbranche: Ihr Vater war von 2011 bis 2014 Präsident des Verwaltungsrates der Filmförderung Luxemburg und ist inzwischen Direktor im Kulturministerium, das über die Fördergeldvergabe des Filmfonds entscheidet. Einige der Filme, in denen Krieps zu sehen war, darunter "Colonia Dignidad - Es gibt kein Zurück" (2015), erhielten entsprechende Zuschüsse.

"Im Film geht es nicht um Männlichkeit"

Auch "Corsage" (2022) wurde von der Filmförderung unterstützt. Für ihre Darstellung der österreichischen Kaiserin Sisi in dem Historiendrama erhielt Krieps unter anderem den Europäischen Filmpreis. Doch die Verhaftung und Verurteilung von Florian Teichtmeister, des Darstellers von Kaiser Franz Joseph, wegen Besitzes von Kinderpornografie stellte den Film in den Schatten. Einige österreichische Kinos nahmen "Corsage" aus dem Programm, das Land selbst hielt jedoch an einer Nominierung für den Auslands-Oscar fest.

Es sei ein Schock gewesen, erinnerte sich Krieps im Interview mit "Variety" 2023. Doch der Fall und der Film hätten in ihren Augen "nicht wirklich etwas miteinander zu tun": "Er spielt nicht Sisi und im Film geht es nicht um Männlichkeit."

So geht es für Vicky Krieps weiter

In ihrer Arbeit scheut sich die 42-Jährige nicht davor, menschliche Abgründe zu erkunden: So spielte sie in "Monster: Die Geschichte von Ed Gein" die als "Hexe von Buchenwald" bekannte KZ-Kommandanten-Frau Ilse Koch. Auch in der nächsten Ausgabe von Ryan Murphys "Monster"-Reihe wird Krieps zu sehen sein, als Bridget Sullivan, Hausmädchen der vermeintlichen zweifachen Mörderin Lizzie Borden. Wann die vierte Staffel auf Netflix erhältlich sein wird, ist noch nicht bekannt.

Außerdem sind zwei weitere Projekte mit Krieps in Arbeit: "The Idiots", eine Verfilmung der Biografie "The Gambler Wife: A True Story of Love, Risk, and the Woman Who Saved Dostoyevsky", sowie das Krimidrama "Diamond" mit Brendan Fraser, Bill Murray und Dustin Hoffman in weiteren Rollen. Auch für diese beiden Filme ist noch kein Startdatum bekannt.

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