26.02.2026 von SWYRL/Wilhelm Flemmer
Die Produktion von "Scream 7" verlief unter erheblichen Komplikationen. Am Ende ermittelte sogar das FBI in der Causa Melissa Barrera.
Wenn "Scream 7" am 26. Februar in den deutschen Kinos erscheint, dann werden auf der Leinwand Schauspieler und Schauspielerinnen wie Neve Campbell, Courteney Cox und David Arquette zu sehen sein, nicht aber Melissa Barrera. Dabei war die mexikanische Schauspielerin schon zur neuen Scream-Queen erklärt worden, nachdem sie in den Teilen 5 und 6 der populären Horror-Reihe die Angst ihrer Hauptfigur vor dem Ghostface-Mörder wirkungsvoll aus der Seele geschrien hatte. Doch die Rolle wurde Barrera wieder los, und nur weil sie mit ihrer Meinung zum Israel-Hamas-Krieg nicht hinterm Berg halten wollte.
Mit "nur" soll die Sache nicht kleingeredet werden. Barrera hatte sich im November 2023 recht weit aus dem Fenster gelehnt, als sie sich in einem Social-Media-Post zum Krieg in Israel und Gaza geäußert hatte, der damals seit gut einem Monat dauerte. Die Haltung der Schauspielerin war kritisch, und ihre Kritik richtete sie gegen Israel, das den Gaza-Streifen, so Barrera, "wie ein Konzentrationslager" behandle. Ihren Post hatte sie überhaupt mit schweren Worten beladen. Von "ethnischen Säuberungen" sprach sie und von "Völkermord". Die Menschen hätten bei all dem "aus unserer Geschichte nichts gelernt".
Den Worten der Schauspielerin ließ das Produktionsstudio hinter den "Scream"-Filmen Taten folgen. Spyglass Media schmiss Barrera aus dem Projekt und untermauerte den Schritt mit einem Vorwurf, der es ebenfalls in sich hatte. Man habe "keinerlei Toleranz gegenüber Antisemitismus oder der Aufstachelung zu Hass in jeglicher Form", hieß es in einer Stellungnahme. Barrera habe die "Grenze zur Hassrede überschritten" und den Holocaust "verfälscht". Das wiederum wollte die Schauspielerin nicht gelten lassen und veröffentlichte ihrerseits ein Statement, darin sie sich explizit gegen Antisemitismus und Islamophobie aussprach.
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Auch das "Regie-Team" gerät in Mitleidenschaft
Die Kettenreaktion war damit nicht mehr aufzuhalten. Nach der Entlassung Barreras verließ auch Janna Ortega - auch sie war in den "Scream"-Teilen 5 und 6 dabei - die Produktion, und sie begründete diesen Schritt mit eben der Causa Barrera: "Da das Regie-Team und die Menschen, die ich lieb gewonnen hatte, nicht mehr an 'Scream 7' mitarbeiteten, fühlte es sich damals nicht mehr nach dem richtigen nächsten Schritt in meiner Karriere an", sagte sie im Mai 2025 dem Magazin "The Cut". Nicht aus terminlichen Gründen also stieg Ortega aus "Scream 7" aus, wie es zunächst geheißen hatte, sondern aus Solidarität mit den Kollegen.
Dazu gehört auch das besagte "Regie-Team". Denn auch Regisseur Christopher Landon ("Happy Deathday"), der "Scream 7" ursprünglich drehen sollte, wurde durch die Ereignisse in Mitleidenschaft gezogen. Ihn hatte nämlich ein rasender, halb informierter Internet-Mob für die Entlassung Barreras verantwortlich gemacht, woraufhin sich eine Ladung Hass auf ihn entlud. Man habe ihn als Unterstützer von "Kindermördern" beschimpft und ihm gedroht, ihn und seine Familie umzubringen, erklärte Landon im April 2025 gegenüber "Vanity Fair", sodass am Ende "sogar das FBI eingeschaltet wurde".
Die Sache hätte beängstigende Ausmaße angenommen, weshalb er seinen Traumjob aufgeben musste, so Landon. Das Studio habe ihn zwar gebeten, weiterzumachen, doch er hätte entschieden, dass die Beschimpfungen und Drohungen es "nicht wert" gewesen seien. Im Dezember 2023 gab der Sohn des Schauspielers Michael Landon den Regieposten ab. An seine Stelle trat Kevin Williamson und damit einer der Schöpfer des "Scream"-Franchises. Williamson schrieb schon zum ersten Teil der Reihe das Drehbuch, das 1996 von Wes Craven inszeniert wurde, und dann wieder zu "Scream 2", "Scream 4" und "Scream 7". Bei "Scream 7" saß er zum zweiten Mal auf dem Regiestuhl nach seinem Debüt mit "Tötet Mrs. Tingle!" aus dem Jahr 1999.



