Schauspieler feiert 80. Geburtstag

Ex-"Polizeiruf 110"-Star: Aus diesem Grund verpasste Jaecki Schwarz den Mauerfall

26.02.2026 von SWYRL

Schon in der DDR ein TV-Star, dann auch in ganz Deutschland ein Publikumsliebling: Schauspieler Jaecki Schwarz feiert am 26. Februar seinen 80. Geburtstag und kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken.

Er ist einer der großen gesamtdeutschen Stars und feiert am 26. Februar seinen 80. Geburtstag: Jaecki Schwarz zählte zu den bekanntesten Gesichtern des DDR-Films und -Fernsehens - gehört aber auch zu jenen Schauspiel-Stars, die auch nach der Wiedervereinigung kontinuierlich präsent blieben und ihr Publikum auch in Westdeutschland fanden. Dennoch bedeutete die Wende einen Bruch in seiner Karriere. Dabei erlebte er den 9. November 1989, den Tag des Mauerfalls, nicht einmal bewusst.

Die Karriere des in Berlin-Köpenick geborenen Schwarz war bis zu diesem Zeitpunkt nahezu reibungslos verlaufen: Schon als Schüler spielte er Theater, engagierte sich im Jugendklub des Deutschen Theaters in Berlin und bewarb sich mehrfach an Schauspielschulen. Erst im dritten Anlauf wurde er angenommen. Rückblickend sagte er im Gespräch mit "Planet Interview": "Wenn man denkt, dass man Talent hat, dann sollte man es ruhig mehrmals versuchen".

Sein Kinodebüt feierte er noch während des Studiums mit der Hauptrolle in "Ich war neunzehn" (1968) von Konrad Wolf. Die Produktion machte ihn "wirklich von einem Tag auf den anderen bekannt", so Schwarz. Zugleich stellte er klar: "Der Film hat zwar unbestritten meiner Popularität genutzt, aber logischerweise wurde ich durch ihn nicht automatisch ein besserer Schauspieler."

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Während des Mauerfalls lag Schwarz im Koma

Nach seinem Durchbruch übernahm Jaecki Schwarz zahlreiche Rollen: Er wirkte sowohl in Märchenverfilmungen wie "Dornröschen" und "Das blaue Licht" als auch in Komödien mit, darunter "Einfach Blumen aufs Dach" (1979). Seine erste Rolle als Ermittler spielte er in der siebenteiligen Krimiproduktion "Gefährliche Fahndung" (1978), in der er den österreichischen Kriminalinspektor Toni Pleisner darstellte. 1987 stand er erstmals für "Polizeiruf 110" vor der Kamera, zunächst noch nicht in der Rolle des Kommissars. Parallel zu seiner Filmarbeit stand Schwarz mehr als zwei Jahrzehnte am Berliner Ensemble auf der Bühne und arbeitete dort unter anderem mit Regisseur Peter Zadek.

Der Fall der Berliner Mauer fiel in eine schwierige Phase seines Lebens. Schwarz hatte sich nach einer Theatervorstellung hinter der Bühne "ziemlich betrunken, erlitt einen Kreislaufkollaps und wurde ins Krankenhaus eingeliefert - und dort hatte man damals ja auch keinen Rundfunk und kein Fernsehen", erzählte er im Gespräch mit "Planet Interview".

Auch in der "NDR Talk Show" schilderte er 2009 die Umstände: Durch seine Alkoholkrankheit hätte er nichts mitbekommen, er "lag im St.-Joseph-Krankenhaus in Weißensee im Koma. Erst als mich meine Mutter besuchte und Apfelsinen mitbrachte, wunderte ich mich. Ich sagte zu ihr, es sei doch noch gar nicht Weihnachten, wo es sonst immer Südfrüchte gäbe. Da klärte sie mich auf, dass es die Mauer nicht mehr, die Apfelsinen jedoch künftig immer geben werde."

"Große Sachen" will und kann Schwarz nicht mehr drehen

Seit dem Vorfall ist Schwarz nach eigenen Angaben trocken - und war weiterhin erfolgreich: Ab 1993 wirkte er in der ARD-Serie "Auf eigene Gefahr" mit. 1996 übernahm er dann im "Polizeiruf 110" die Rolle des Kommissars Herbert Schmücke. Gemeinsam mit Wolfgang Winkler als Herbert Schneider bildete er 17 Jahre lang ein Ermittlerduo. 50 Folgen lang standen beide gemeinsam vor der Kamera, bis sie 2013 in den Ruhestand verabschiedet wurden.

Seit 1994 gehört Schwarz zum Ensemble der ZDF-Reihe "Ein starkes Team". Dort spielt er den ehemaligen Polizisten Sputnik an der Seite von Florian Martens und Stefanie Stappenbeck. Im Oktober wurde die 100. Folge ausgestrahlt. Auf die Frage des "Südkurier" nach weiteren Rollen sagte Schwarz: "Mir reicht es schon, dass mir der 'Ein starkes Team'-Redakteur versprochen hat, dass ich den Sputnik bis zu meinem Lebensende spielen darf." Inzwischen kämen für ihn "große Sachen" ohnehin nicht mehr in Frage.

Aus seiner Homosexualität machte Schwarz nie ein Geheimnis

Nicht nur über seine Zukunft, auch über seine Vergangenheit und sein Privatleben sprach Schwarz immer wieder bemerkenswert offen. Seine sexuelle Orientierung etwa thematisierte er früh. Über seine Beziehung zu seinem Schauspielkollegen Hagen Henning, mit dem er seit den 80er-Jahren rund 20 Jahre liiert war, sagte er bereits 2004 der "Bild"-Zeitung: "Ich habe das nie versteckt. Aber mir ist auch nicht in den Sinn gekommen, mir ein Schild umzuhängen, auf dem steht: 'Hallöchen, ich bin schwul'." 2021 beteiligte er sich an einem queeren Manifest von Schauspielerinnen und Schauspielern im "SZ"-Magazin.

In der MDR-Talkshow "Riverboat" sprach er auch über die enge Verbindung zur Familie seines 2019 verstorbenen Kollegen Wolfgang Winkler. "Ich hab' keine eigene Familie, man hat ja auch Pech manchmal mit der eigenen Familie, also mit den Leuten". Deshalb habe er entschieden: "Und dann hab' ich mir die Familie von Wolfgang ausgesucht."

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