Bares für Rares
Beim Anblick des Inhalts eines unscheinbaren Geigenkoffers war Gastgeber Horst Lichter in der Donnerstagsfolge von "Bares für Rares" hocherfreut: "Und schon wird's wunderschön." Expertin Annika Raßbach sah es genauso. "Der Abend wird heute sehr gut", glaubte sie. "Das finde ich wirklich außergewöhnlich, jeck, doll!", schwärmte Lichter weiter.
© ZDFBares für Rares
Verkäufer Sam (rechts) bekam den Geigenkasten samt Whisky zum 50. Geburtstag. Doch die Flasche hatte er in 30 Jahren nie geöffnet. Weil er online nichts zum Wert finden konnte, machte er den nächsten Schritt in die ZDF-Trödelshow: "Wenn einer was weiß, dann musst du zu 'Bares für Rares' gehen", war sich der Esselbacher sicher.
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Es handelte sich tatsächlich um einen Original-Geigenkoffer, erkannte die Expertin - "nichts, was gefaked wurde". "Der hat ein Upgrade erfahren", lachte sie. Wie bei solchen Koffern üblich, war er "aus Holz gefertigt, mit Kunstleder überzogen und von innen mit schönem blauem Velours". Das "Victorian Special" am Deckel trage zur Herrschaftlichkeit bei.
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Mit dem Inhalt des Koffers wäre ein guter Drink schnell gemacht. "Wir haben den Whisky, wir haben passende Gläser und wir haben Sodawasser", beschrieb die Expertin. Nicht einmal ein Flaschenöffner fehlte. "Dieses gesamte Konvolut ist dafür da, dass man ein Whisky-Soda sich machen kann", erkannte Raßbach. Lange sei das "das Hip-Getränk" gewesen.
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Hinweise auf den Hersteller des Geigenkoffers konnte Raßbach nicht finden. Dafür ließ sich über den Whisky einiges erzählen. Die Firma White Horse gab das Geschenkset Mitte der 90er-Jahre in Auftrag. Gegründet wurde die Whiskyfirma 1890 in Edinburgh in Schottland. Die Jahreszahl auf dem Logo, 1742, war in diesem Fall irreführend.
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Doch wieso die falsche Jahreszahl? Das Logo sei ursprünglich an einer Kneipe gehangen. Der White-Horse-Gründer habe es nur übernommen, erklärte Raßbach. Der "Scotch Whisky" war deswegen kein schlechter. Denn "ein Whisky darf nur Scotch heißen, wenn er mindestens drei Jahre in Schottland in einem Eichenfass gereift ist", wusste die Expertin.
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Es handelte sich bei dem 90er-Jahre-Koffer um eine "Limited Edition", erkannte Lichter. Das Alter sah man dem Stück kaum an. Raßbach konnte nur außen leichte Abnutzungen feststellen. Sam wünschte sich 200 Euro - "wenn das nicht übertrieben ist". Die Expertin versicherte: "Es ist nicht übertrieben. 200 bis 300 Euro."
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Sam war gespannt auf die Händler: "Das finde ich affengeil!" Sein Koffer sorgte bei Jos van Katwijk (links) gleich für Begeisterung, als er die Whiskyflasche darin fand. "Jetzt spiele ich Musik!", verkündete der Händler. Da war er nicht der einzige, denn auch Jan Čížek hatte großes Interesse: "Da bin ich auch dabei!"
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"Das ist ein richtig charmantes Teil", stellte Julian Schmitz-Avila (links) fest und bot um den Geigenkoffer mit. Das letzte Wort wollte Čížek haben: "Ich habe noch eine bessere Melodie für Sie: 240." Der Verkäufer wollte das Angebot dankend annehmen, doch van Katwijk hatte immer noch Interesse. "Da musst du mehr bieten", sagte Čížek trocken.
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"Hast du eine Münze dabei?", fragte Van Katwijk stattdessen. "Wir machen sowieso 250. Aber er oder ich!", erklärte er dem Verkäufer. Seine Wahl auf Kopf war allerdings die falsche. So sicherte sich Čížek den Geigenkoffer. "Dann darf ich das kaufen?", fragt er Van Katwijk süffisant. "Ja", gab der lachend nach.
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Mit den 250 Euro "für den lustigen Koffer", wie Čížek sagte, ist Sam "sehr zufrieden". Im Händlerraum wurde es derweil gesellig. "Wer wollte 'n Gläschen haben?", fragte der neue Besitzer und verteilte die vier Gläser am Händlertisch. Die Whiskyflasche wollte er jedoch noch nicht öffnen.
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Isabel und ihr Stiefvater Harald brachten einen originalverpackten Roboter von Markes & Co. KG mit in die Trödelshow. Laut Expertin Raßbach wurde er zwischen 1959 und 1964 hergestellt und aus Kunststoff gefertigt. Die Verkäufer hoffen auf 250 Euro, die Expertin verdoppelte sogar: 400 bis 500 Euro sei der Roboter wert.
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"P23-7 grüßt Sie" - Daniel Meyer hieß die Verkäufer mit Roboterstimme im Händlerraum willkommen. Čížek musste lachen: "Wir haben hier auch einen Roboter". Den Zuschlag erhielt allerdings van Katwijk für 340 Euro. Der Händler legte sogar noch etwas drauf: "Ich mache freiwillig 350, weil ich das schöner klingend finde."
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Für eine gute Freundin wollte Lindy einen Ring verkaufen. Expertin Wendela Horz staunte über das handgearbeitete Schmuckstück aus 585er-Gold mit drei Karat Diamanten aus den 1930er-Jahren. War der Wunschpreis von 800 bis 1.000 Euro realistisch? Die Einschätzung der Expertin machte sogar Hoffnung auf mehr: 1.500 bis 1.800 Euro.
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Die Händler bewunderten das funkelnde Schmuckstück. "Ein üppig bestückter Diamantring", fand Elke Velten-Tönnies, "der knallt aber", staunte Meyer. Für 2.600 Euro sicherte sich Velten-Tönnies schließlich den Ring. "Das ist das Zweieinhalbfache. Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn!", freute sich die überglückliche Verkäuferin.
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"Ich will es einfach weg haben, ich will es nicht mehr putzen", sagte Sabine über ihre geerbte Prunkschale aus 800er-Silber. Das Objekt, auf dem Motive der römischen Bacchusfeste zu sehen waren, sei aus den 1930er- bis 1950er-Jahren, schätzte Colmar Schulte-Goltz. Sabine hoffte auf 350 Euro, der Experte ging von 420 bis 480 Euro aus.
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Das Motiv gefiel den Händlern besonders. Schmitz-Avila erhielt schnell für 400 Euro den Zuschlag. "Es war ein schöner Tag", erklärte die Verkäuferin zufrieden. Dem Händler ging es genauso: "Ich brauche immer was zum Dekorieren", sagte er und freute sich: "In dem Fall ist sie auch schon gut geputzt, sodass ich mir diese Arbeitsleistung erspare."
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Anke wollte eine Armbanduhr aus 750er-Gold verkaufen. Diese sei um 1960 in Italien gefertigt worden, nur das Uhrwerk stamme aus der Schweiz, erklärte Horz. Zum Wunschpreis von 1.000 sagte sie: "Ein ziemlich unmöglicher Wunsch für diese Uhr." Schließlich liege alleine der Goldwert bei 4.250 Euro. "Bis zu 4.500 Euro kann dieses Ührchen wert sein."
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"Es fühlt sich so schön an", bestaunte Meyer die Uhr. Schmitz-Avila wusste sofort um den hohen Wert: "Ohne dass ich's in der Hand hatte, sag ich, das sind ja mindestens 4.500 bis 5.000 Euro Goldwert." Er konnte die Verkäuferin schnell mit 4.000 Euro überzeugen. Anke war überglücklich: "Mit so viel" habe sie nie gerechnet.
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Als Letztes kam in der Donnerstagsfolge ein Buch von 1996 über das Projekt "Wrapped Bundestag" vom Künstlerehepaar Christo und Jeanne Claude auf den Tisch. Verkäufer Lutz wollte für die limitierte Sonderausgabe vom Benedikt Taschen Verlag 1.020 Euro haben. Schulte-Goltz taxierte "wegen des nicht mehr ganz perfekten" Zustands auf 750 bis 1.000 Euro.
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"Das Buch interessiert mich sehr und ich starte mit 200 Euro", erklärte Schmitz-Avila sofort. Er konnte sich schließlich die Sonderausgabe für 700 Euro sichern. Ein Erfolg für Lutz: "Da ich das Buch in einer Zu-verschenken-Bücherkiste gefunden habe, finde ich das einen sehr guten Preis", verriet er.
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